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Grossveranstaltung : Von Dixi-Klo bis Erbsensuppe: Die Logistik des Gelöbnisses

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Veranstaltung der Bundeswehr am Donnerstag in und um das Nordfrieslandstadion in Leck war eine gut geplante logistische Herausforderung.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2017 | 11:44 Uhr

Rund 540 Mädchen und Jungen schulterten gestern nach der vierten Stunde ihre Taschen: Um 11.05 Uhr läutete die Glocke der Gemeinschaftsschule an der Lecker Au den Schulschluss ein. Der Grund war nachvollziehbar, denn das Schul- und Sportzentrum lag in fester Bundeswehrhand für das öffentliche Gelöbnis von 714 Rekruten.

Das Bataillon Elektronische Kampfführung 911 Stadum richtete zum ersten Mal die feierliche Zeremonie im Nordfrieslandstadion in Leck aus. Die Vorbereitungen lasteten auf vielen Schultern, es musste organisiert, koordiniert, geprobt und aufgebaut werden. 284 Soldaten nahmen sich dieser Aufgaben an. Anfang Dezember erfolgten die ersten Koordinationsgespräche unter anderem mit Vertretern der Gemeinschaftsschule, Nordsee Akademie und des Erlebnisbades. Schnell war klar, dass der geplante Shuttle-Bus-Verkehr am Schul-ZOB die Schüler gefährden kann. Also zeitig schulfrei mit Genehmigung der Schulrätin! Das Erlebnisbad ließ seine Pforten geschlossen, in der Akademie endete ein Seminar am Mittag, andere Seminarteilnehmer reisen erst heute ab. Außer für die Anwohner blieb das Schul- und Sportzentrum für Autofahrer tabu. Einen Tag zuvor, am Mittwoch, säumten bereits etliche Parkverbotsschilder die Straßenränder und machten auf die Ausnahmesituation aufmerksam. Gleichzeitig wurde das Lagezentrum, in dem alle Fäden zusammenliefen, im MTV-Fußballerheim eingerichtet, die Flutlichtanlage installiert, die aufgebaute Lautsprecheranlage ausprobiert. Stühle für die Ehrengäste auf der überdachten Tribüne standen schnell in Reih‘ und Glied, wärmende Decken für die Honoratioren wurden erst gestern ausgeteilt.

Über 2000 Gäste wurden erwartet. Dafür muss man gerüstet sein, beispielsweise WC-Anlagen aufstellen. Mitarbeiter einer Firma aus Leck wuchteten 42 Dixi-Häuschen von der Ladefläche ihres Lkw, platzierten 34 in der Nähe der Nordfrieslandhalle und des Erlebnisbades, dazu kamen zwei dieser Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, auf dem ehemaligen Flugplatz reihten sich sechs mobile WC-Anlagen nebeneinander. Von hier starteten die Shuttle-Busse zum Schul-ZOB.

Während die Ehrenformation auf dem Gelände der Stadumer Kaserne geübt hatte, wurden im und um das Stadion alle Weichen für einen reibungslosen Ablauf gestellt. Sanitäter standen für den Fall, dass sie gebraucht wurden, bereit, in zwei mobilen Feldküchen wurden fast 1000 Liter Erbsensuppe ausgeschenkt. Eine Truppschau sollte über Fahrzeuge, Geräte und Bekleidung bei der Bundeswehr infomieren. Selbst ein stimmungsvolles Ambiente wurde nicht dem Zufall überlassen: Zehn Fackelträger, zwei Feuerschalen, 15 Feuereimer und 40 Petroleumfackeln umrahmten die militärische Zeremonie.

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