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Nordfriesland Tageblatt

11. Dezember 2017 | 20:39 Uhr

Rodenäs : Von der unendlichen Weite des Himmels

vom

"Sonne, Mond und Sterne" war ein Lyrikabend in den Zollhäusern überschrieben. Viele große Dichter und Denker widmeten sich den Gestirnen.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 08:35 Uhr

Rodenäs | Es hat den Anschein, als würde die Fan-Gemeinde der "Kulturstation Zollhäuser Rodenäs" und von Hans-Jürgen Wagner im Besonderen mit jeder Lesung größer. Im Kultur-Café war bei der jüngsten Lesung kein Stuhl mehr zu haben. Nicht nur den Rezitator und Schauspieler freut diese Tatsache, wie er zu Beginn des Lyrikabends betonte. Auch die beiden Leiterinnen der Kulturstation fühlen sich in ihrem Vorhaben bestätigt, den Menschen hinter dem Deich ein Stück Kultur nahe zu bringen, für die sie sonst weite Wege in die Großstädte in Kauf nehmen müssten.

Der bereichernde Lyrikabend war mit "Sonne, Mond und Sterne" überschrieben, den Gestirnen, die von vielen großen Dichtern und Denkern emotional beschrieben, ja sogar verehrt wurden. Lyrisch zart und ungemein einfühlend begleitet wurde der Gast aus Westre zum ersten Mal von Dirk Jacobsen auf der Gitarre. Der Unternehmer aus Leck ist Autodidakt. Er hat sich das Gitarrenspiel selbst beigebracht. Das Duo harmonierte perfekt miteinander. Es war ein niveauvoller Abend, der gefiel, wie eine Zuhörerin aus dem Ruhrgebiet bestätigte: "Das kulturelle Angebot hier in der Region ist erstaunlich vielfältig, das hätte ich vor vier Jahren nicht erwartet, als ich von Bochum hierher zog."

Die Sonne und der Mond und die unendlich vielen Sterne haben die Fantasie der Menschen schon immer angeregt. Selbst heute, in einer Zeit der zunehmenden "Entzauberung" durch die Erforschung des Weltalls mittels ausgetüftelter Technik ist der Mensch von Ehrfurcht beseelt, wenn er in die Sternenübersäte Unendlichkeit blickt.

Rudolf Alexander Schröder, hoch geachteter Schriftsteller, Übersetzer, Lyriker und evangelischer Kirchenlied-Dichter des 20. Jahrhunderts, drückt seine Verwunderung über das unendliche Universum in einem seiner Gedichte mit den Worten aus: "Holde Nacht, von Sternen klar, spende Trost, dem Trost mag werden überm Elend aller Erden, Wunder, ewig wunderbar. Holde Nacht, von Sternen klar".

Ob Theodor Storm oder Conrad Ferdinand Meyer, Matthias Claudius, Hermann, Löns, Hoffmann von Fallersleben, Friedrich Rückert oder Heinrich Heine - ihnen allen ist das Staunen und die gefühlvolle Betrachtung gemein beim Anblick der unendlichen Weite des Himmels. Sie bringen es in ihren Gedichten wunderbar zum Ausdruck. Hans-Jürgen Wagner macht da keine Ausnahme. In seinem zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellten Gedicht "Herbstnacht" heißt es: "Du siehst beglückt die oft erträumte Ferne geheimnisvoll im Licht des vollen Mondes blühn, und siehst zum ersten Male nie gekannte Sterne wie heiße Augen eines Gottes glühn."

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