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Von der Kindheit bis zur Reife: Beifall für das Kammermusik-Programm „Sonate!“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 07.Jun.2015 | 18:56 Uhr

Im Rahmen der Konzertreihe „Kammermusik in Südtondern“ musizierten unter der Leitung von Kantor Thomas Hansen in der Lecker St. Willehadkirche Stefan Möbius, Hubert Lürkens, Dirk Jacobsen und Kent Pegler von Thun. Die Werke ihres mit „Sonate!“ überschriebenen Programms wurden von sechs Komponisten aus der Barockzeit geschrieben, die alle innerhalb von 20 Jahren geboren wurden und im Verlaufe von drei Jahrzehnten verstarben, somit „einer Art Familie“ (Th. Hansen) angehörten.

Die von dem Ensemble interpretierten Werke wurden nach dem Muster der Kirchentöne in aufsteigender Reihenfolge aufgeführt. Ihre Tonarten umfassten den Bereich von a-moll über B-Dur bis zu e-moll, wobei jede von ihnen eine bestimmte Entwicklungsstufe des Lebens eines Menschen symbolisierte: von der verträumten Kindheit bis zur Zeit der Reife. Der Lebensabschnitt der spielerischen Jugend wurde durch das „Concerto in a für Block- und Querflöte sowie Oboe“ von Georg Phillip Telemann verklanglicht, wobei die von der Truhenorgel sicher begleiteten Bläser perfekt zusammenspielten. Den Zauber der Jugend zu entfalten, oblag dem nur von der Orgel begleiteten Cellisten Dirk Jacobsen. Dieser ließ sein Instrument auf anrührende Weise „singen“, zeigte gelegentlich aber auch Anzeichen von Nervosität. Diese waren bei den nachfolgenden Werken nicht mehr zu erkennen, wenn er sich – die Bassstimme der Orgel verstärkend – dem Basso continuo widmete. Das „Andante“ aus der aufwendig komponierten „Sonate in h für Querflöte“ von Johann-Sebastian Bach nutzte Stefan Möbius, sich als virtuosen Flötisten zu präsentieren, indem er die tränenreiche Zeit der ersten Liebe anklingen ließ. Die „Sonne des Lebens eines Erwachsenen“ führten die vom Organisten Kent Pegler von Thun und dem Cellisten Dirk Jacobsen begleiteten Flötisten vor Ohren, indem sie aus der „Triosonate in C für Block- und Querflöte“ von Johann Joachim Quantz die Sätze „Affetuoso“ und „Alla breve“ aufspielten. Ihre Spielweise zeigte den Unterschied es Klanges ihrer Instrumente deutlich auf, wobei der Sound der – zu Unrecht oft verkannten – Blockflöte dem der Querflöte an Schönheit und Präzision nicht nachstand.

Bei den letzten beiden Konzertbeiträgen liefen alle Mitwirkenden zur Hochform auf: dem die „Zeit der Arbeit“ repräsentierenden „Concerto in d für Oboe“ von Tomaso Albinoni, bei dem Hubert Lürkens sein solides Können einmal mehr unter Beweis stellte, und dem „Quartett in e“ von Joseph Bodin de Boismortier als Anspielung auf die „Zeit der Reife“. Das Publikum quittierte die Leistung erst am Ende mit lebhaftem Beifall.

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