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Senior-Trainer : Von dem Wissen Älterer profitieren

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Heinz Leiner möchte seine Mitmenschen motivieren, sich auch nach der Rente noch einzubringen.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2016 | 09:30 Uhr

Die Möglichkeit, nach der Pensionierung Sinnvolles für die Gemeinschaft und damit auch für sich selbst zu tun, bewog Heinz Leiner dazu, Senior-Trainer zu werden. Der seit drei Jahren in Niebüll lebende frühere Berufssoldat stellte sich im Ausschuss für Schule, Kultur und Soziales vor. „Die Bundesregierung hat Anfang 2000 ein Programm ,Erfahrungswissen für Initiativen‘ aufgelegt“, so der agile Süddeutsche. „Ziel war es, Rentner von der Couch zu holen und deren Know-how für Projekte zu nutzen.“ Das Programm werde mittlerweile von einzelnen Bundesländern fortgeführt, so auch in Schleswig-Holstein. Er selbst habe die Ausbildung, die drei Wochen dauere, in der Tagungsstätte Koppelsberg in Plön genossen. „Ich habe beispielsweise in Würzburg ein Internetcafé für Senioren mit aufgebaut. Eine Mitstreiterin hat junge Häftlinge zum Schulabschluss geführt, ein anderer hat ein Projekt Leseförderung gestartet.“

Mittlerweile gebe es bundesweit 2700 Senior-Trainer. Grundsätzlich könne sich jeder Senior-Trainer selbst ein Projekt ausdenken und dieses dann umsetzen. „Ich selbst habe davon sehr profitiert, habe neue Erfahrungen gemacht und mein Gesichtsfeld erweitert. Toll ist, dass man selbstorganisiert und selbstbestimmt agieren kann. Eine bestimmte Verlässlichkeit ist für mich und meine Mitmacher selbstverständlich.“ So engagiere er sich regelmäßig in der Hausaufgabenhilfe und gebe Computerkurse. „Das interessiert auch 80-Jährige.“

Die Arbeitsfelder sind unbegrenzt: Die Senior-Trainer begleiten, beraten und unterstützen, auch gemeinnützige Einrichtungen, Initiativgruppen und Vereine im Kultur-, Sozial- und Bildungsbereich. „Wir aktivieren auch andere Senioren zum bürgerschaftlichen Engagement“, so Heinz Leiner. In Niebüll habe er bislang noch nicht die entsprechende Resonanz erfahren, daher suche er jetzt den Weg in die Öffentlichkeit.

Die Reaktion im Ausschuss war außergewöhnlich positiv. Der Vorsitzende Bernd Neumann (CDU) begrüßte die Initiative des Neu-Niebüllers. Thomas Uerschels und Ralph Hoyer (SPD) schwelgten geradezu: „Lobenswert, faszinierend, wertvoll“ , bewerteten sie die Präsentation und die Idee Senior-Trainer. Das nicht ohne Hintergedanken: Ralf Hoyer benötigt beispielsweise als Lehrer dringend Unterstützung bei der Beschulung der Migranten. „Ein Senior-Trainer könnte sehr hilfreich sein.“

Ehrenamtliche Helfer als kostengünstige Einsatztruppe? Alles ist möglich. Es gibt sogar eine Förderung: Die SeniorTrainer sind zudem bundesweit vernetzt, tauschen sich aus und bekommen einen kleinen Etat. „Schön, dass dieses Modellprogramm nun im Norden angekommen ist“, befanden die Ausschuss-Mitglieder unisono und beschlossen, dazu eine Arbeitsgruppe zu gründen. „Wir werden dort erörtern, wie wir das Projekt unterstützen können“, so Bernd Neumann.

Wer nicht solange warten möchte, kann sich auch direkt an Heinz Leiner wenden (Telefon 04661/9349217). Näheres erfährt man unter www.seniortrainer.org und www.efi-sh.de.

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