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Nordfriesland Tageblatt

14. Dezember 2017 | 10:00 Uhr

Vom Stamm zur Skulptur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kurs mit viel Gestaltungsraum: Bürgermeister Werner Schweizer und seine Frau Renate haben zwei Holzbildhauer nach Klixbüll geholt

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2017 | 13:32 Uhr

Das fünf Kilometer lange 1000-Einwohner-Dorf im Grenzbereich zwischen Marsch und Geest gelegen, gab sich kürzlich künstlerisch und akademisch zugleich: „Frühjahrsakademie“ nannte Klixbülls Bürgermeister Werner Schweizer einen Kursus für Holzbildhauer, den er und seine Frau Renate organisiert hatten. Das Angebot mit viel Gestaltungsraum fand im Dörpscampus statt. Dass der Kursus zustande kam, hat diese Vorgeschichte.

Im Herbst 2016 besuchte das Ehepaar Schweizer ihr Heimatländle. Unterwegs fielen den gebürtigen Stuttgartern zwei mannsgroße Skulpturen auf. „Wir waren von ihnen dermaßen fasziniert, dass wir uns im nächstgelegenen Rathaus nach dem Künstler erkundigten“, berichtete Werner Schweizer.

Sie fanden heraus, dass es sich um die Holzbildhauer Stefan Vollrath und seine Frau Andrea mit dem Künstlernamen Reksans handelte. Wenig später hatten sie Kontakt mit den beiden zurzeit freischaffenden Künstlern geknüpft. Und nicht nur das, sondern sie trafen auch die Vereinbarung, dass die beiden in diesem Frühjahr zu einem Seminar nach Klixbüll kommen würden. Das Motto für die „Frühjahrsakademie“ war auch schnell gefunden und lautete „Vom Stamm zur Skulptur“.

Die beiden in Stuttgart geborenen Künstler (Jahrgänge 1965/67) haben freie Malerei und Bildhauerei studiert, sind seit 1993 freischaffend und zeitweise als Lehrbeauftragte an der PH Ludwigsburg und der Haller Akademie der Künste tätig. Schwerpunkt ihres künstlerischen Wirkens ist die Holzbildhauerei. Schweizer & Schweizer befanden, dass diese Sparte der Kunst – vom Material her – in ihrer Wahlheimat Klixbüll am besten in Form eines Seminars zu realisieren wäre. So kam es zu einem temporären Exkurs in die akademische Welt.

Zehn Teilnehmer aus der Gemeinde und Nachbarschaft waren schnell gefunden, eine überdachte Hausecke am Campus als geeigneter Platz auch und überhaupt ideale Bedingungen für die „akademische Woche“, während der die beiden Profis ihren Schülern Grundlagen vermittelten und ihnen den Umgang mit Stechbeitel, Holzklüpfel, E-Säge und Schleifgerät erklärten – und sie dann auch machen ließen: alle nach eigenen Vorstellungen. An Holz, dem spürbar gewachsenen und warmen Werkstoff, war kein Mangel. Der Bauhof der Stadt Niebüll half mit bei der Materialbeschaffung. Als geeignete Holzarten, lehrte das Künstlerpaar, seien Pappel, Linde und Eiche zu empfehlen. Das Handwerkszeug bekamen die Kursteilnehmer von den Dozenten gestellt. Dann ging es nach eigenen Entwürfen den Stämmen zuleibe.

Schnell waren Konturen erkennbar und wenig später die Kunstwerke fertig: drei Bären, eine Stele und eine Trauernde, ähnlich der an der Christuskirche Niebüll. Bürgermeister Schweizer „schnitzte“ einen Einbaum, der auch gleich den Schwimmtest am Weiher auf seinem Grundstück bestand. Renate Schweizer modellierte ihren Klixbüller Bürgermeister im Sessel.

Und dann ging eine ereignisreiche Woche zu Ende, die es so in Klixbüll noch nie gegeben hatte und von der alle Beteiligten die Erinnerung behalten werden, dass es wunderbare Tage waren.



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