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Bundestagswahl 2013 : Vom Krankenbett direkt zur Wahl

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Viele Südtonderaner bewiesen gestern ihr Demokratieverständnis und gingen wählen – so auch zwei Patienten der Klinik Niebüll.

von
erstellt am 22.Sep.2013 | 21:33 Uhr

Die Bürger hatten die Wahl und gaben ihre Stimmen ab – zuweilen sogar mit großem Einsatz. Vorbildlich zeigten sich die beiden Aventofter Paula Ingwersen und Hans Niclausen, die es als ihre Bürgerpflicht ansahen, bei der gestrigen Bundestagswahl ihr Wahlrecht auszuüben. Wegen eines plötzlichen unvorhersehbaren Krankenhausaufenthaltes schafften es beide nicht mehr, sich rechtzeitig die Unterlagen für eine Briefwahl zu besorgen. Auf Nachfrage von Paula Ingwersen auf der Station des Kreiskrankenhauses Niebüll, ob man dort irgendwie wählen konnte, gab es von der verantwortlichen Ärztin dann jedoch grünes Licht für einen befristeten Kurzurlaub, um in dem angestammten Wahllokal im Aventofter Feuerwehrhaus persönlich die Stimme abzugeben. Auch bei Hans Niclausen, der nur einige Zimmer weiter auf der gleichen Station liegt, sprach aus medizinischer Sicht nichts dagegen, ebenfalls in seinem Heimatdorf persönlich wählen zu gehen. Beide gaben dann fast zur gleichen Zeit ihre Wahl-Stimme in Aventoft ab und kehrten dann zum Krankenhaus zurück.

In Leck waren die Bürger besonders am Morgen auf den Beinen zu ihren Wahllokalen. Ein wenig Irritationen gab es in der Grundschule an der Linde: Wegen der Umbaumaßnahme blieben die Türen geschlossen, es musste in den aufgestellten Containern gewählt werden. Über eine gute Beteiligung freuten sich die Wahlhelfer Karin und Dieter Lüders im Leck-Osten. Ab 8 Uhr strömten die Wähler im Minutentakt zum Gutenbergring und steckten die Wahlscheine in die Urne. Bereits nach zwei Stunden hatte ein Großteil der 1224 Wahlberechtigten das demokratische Recht wahrgenommen. „So ein hohes Ergebnis hatten wir noch nie um diese Uhrzeit“, blickten die Lüders auf ihre mehr als zehnjährige Wahlhelferzeit zurück.

Der Zustrom zu den Wahllokalen war in Niebüll wiederum zur Kaffeezeit besonders lebhaft. Das war insbesondere in der Stadtmitte zu spüren. Grund dafür dürfte das altweibersommerliche Wetter gewesen sein. Der Tag hatte trübe begonnen und lockte allenfalls die Frühaufsteher in die Bürgerpflicht, wählen zu gegen. Doch als sich der Himmel etwas aufhellte, setzte der Betrieb ein. „Zur Mittagszeit haben wir die Tausender-Grenze geknackt“, berichtete Wahlvorsteher Moritz Steiner aus dem Wahllokal im Rathausfoyer, wo sich zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale eine Wahlbeteiligung gegen etwa 60 Prozent abzeichnete. Dem Gang zur Wahlurne schlossen viele Niebüller einen Spaziergang zur Jugendherberge und der dortigen Musikveranstaltung an.

Am späten Vormittag herrschte im Wahllokal der Gemeinde Ladelund, der örtlichen Kindertagesstätte, reger Betrieb. Unmittelbar nachdem Bürgermeister Rüdiger Brümmer sein Votum in der Urne versenkt hatte, gab auch die Jungwählerin Lena Tuschke ihren ausgefüllten Wahlzettel ab. Sie erlebte zum ersten Male eine Wahl zum Bundestag und nutze ihr Wahlrecht ganz selbstverständlich. Auf die scherzhafte Frage, ob ihre Eltern sie animiert hätten, mit ihnen zusammen das Wahllokal aufzusuchen, antwortete sie: „Nein, das war mein ganz eigener Entschluss. Wir haben das Recht zu wählen und deshalb, so meine ich, sollten wir es auch wahrnehmen. Es gibt Länder, in denen möchten die Menschen gerne wählen, dürfen es aber nicht. Deshalb sollten wir, die wir die Möglichkeit haben, unsere Stimme abzugeben, uns Gedanken machen, wen wir wählen und das dann auch tun.“

In Tinningstedt trafen die Wähler stetig im Dorfgemeinschaftshaus ein, bis 13 Uhr hatten bereits 40 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme zur Bundestagswahl abgegeben. „Um die Mittagszeit ist immer eine kleine Ruhephase, aber erfahrungsgemäß geht es um die Kaffeezeit wieder los“, berichtete Dirk Enewaldsen, Tinningstedts Bürgermeister. Wie in den Jahren zuvor hatten sich mindestens 70 Prozent der Einwohner der kleinen Gemeinde an der Wahl beteiligt.

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