zur Navigation springen

Südtondern : Vollsperrung durch Wasserrohrbrüche

vom

Das Telefon stand bei der Wasserversorgung "Drei Harden" nicht still. Gleich zwei Rohrbrüche legten Teile des Leitungsnetzes lahm

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 07:32 Uhr

Südtondern | Der Donnerstag war für den "Zweckverband Wasserversorgung Drei Harden" kein besonders guter Tag. Bis gegen 18 Uhr läutete das Telefon und fragten teilweise verärgerte Bürger, warum denn aus dem Wasserhahn nichts kommt. "Ich kann meine Toilette nicht spülen", entrüstete sich eine Anruferin. "Wann können wir damit rechnen, mit dem Melken anfangen zu können?", hieß es von mehreren Höfen. Oder: "Warum haben wir auf einmal so wenig Druck in der Leitung", fragte Danisco nach. "Man signalisierte uns aber auch Verständnis am anderen Ende der Telefonleitung", berichtete Drei-Harden-Geschäftsführer Heiko Thede.

Grund für den Ärger waren zwei Rohrbrüche in den Hauptleitungen: der eine gegen 11 Uhr in Neukirchen im Bereich Krakebüller und Otzhusumweg, der andere um 14.30 Uhr in der Landesstraße 246 Nähe "Gläserkrug" und Wasserwerk. Grund für den Bruch der aus Faserzement bestehenden 250er Leitungen ist die lang anhaltende Trockenzeit, die dazu führen kann, dass der Boden sackt und alte Leitungen reißen. Die seit 15 Jahren verwendeten aus Polyethylen bestehenden Rohre sind dagegen deutlich elastischer und halten solchen Erdbewegungen stand.

In Neukirchen und der Wiedingharder Nahumgebung war die Schadstelle gegen 16.30 Uhr geflickt, hieß es aus der Niebüller Zentrale von Drei Harden. Am Gläserkrug hielten die Arbeiten am Rohrbruch bis in die späten Abendstunden an.

Betroffen von den Rohrbrüchen waren die Nordgemeinden, die über die in Richtung Süderlügum/Neukirchen führende Hauptleitung versorgt werden. Diese 250er Leitung ist eine von vier vom Wasserwerk ausgehenden Hauptleitungen. Bei Rohrbrüchen wie diesen tritt stündlich eine Wassermenge von bis zu 1400 Kubikmetern aus. Das unter hohem Druck austretende Wasser spült das Erdreich rundherum aus. Am Gläserkrug wurde die Fahrbahn unterspült und muss über der Bruchstelle erneuert werden. Die

L 246 bleibt in diesem Bereich voraussichtlich bis heute voll gesperrt.

Drei Harden verzeichnet jährlich zwischen 15 und 30 solcher Schäden. In den letzten vier Monaten gab es allerdings keinen Rohrbruch. "Und jetzt hatten wir plötzlich zwei an einem Tag", bedauerte Heiko Thede, dessen Mitarbeiter am Donnerstag bis in die Abendstunden hinein Hotline-Dienst verrichten mussten. Auf längere Sicht wird die Zahl der Rohrbrüche abnehmen. Denn Drei Harden ersetzt jährlich zehn bis zwölf Kilometer alte durch neue Hauptleitungen. Von den 800 Kilometern an Hauptleitungen sind inzwischen schon nahezu die Hälfte erneuert. Doch es wird noch etwa 30 Jahre dauern, bis es so einen Tag wie Donnerstag, 2. Mai, nicht mehr gibt. "Es sei denn, wir erhöhen den Takt der Erneuerung", sagte Geschäftsführer Thede. Gestern wurde in der Zentrale an der Gotteskoogstraße 46 schon mal laut darüber nachgedacht, zumal auch ein Rohrbruch Kosten zwischen 10 000 und etwa 30 000 Euro verursacht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen