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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 00:19 Uhr

Volles Haus bei Voice Time

vom

Der A-Cappella-Chor begeisterte sein Publikum in der Karlumer Kirche

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Karlum | Damit hatte niemand gerechnet: Zum Konzert des in Risum-Lindholm ansässigen, ohne Instrumentalbegleitung singenden Vokalensembles "Voice Time", das am vergangenen Sonntagnachmittag auf Einladung des "Vereins der Freunde der St. Laurentius-Kirche Karlum" in dem von diesem betreuten, 800 Jahre alten Gotteshaus gastierte, erschienen mehr Zuhörer als erwartet. Schon eine Viertelstunde vor dem geplanten Beginn der Darbietungen war kein Sitzplatz mehr zu haben. Um die mehr als 170 Musikfreunde dennoch unterbringen zu können, schaffte der Gastgeber spontan noch zahlreiche Stühle herbei. Die dadurch bedingte Verzögerung nahmen die Versammelten ohne zu murren hin.

"Dass der A-Cappella-Chor Voice Time sich als Publikumsmagnet erweisen würde, war uns bekannt", sprach die Vorsitzende des gastgebenden Fördervereins auftretenden Fördervereins, Dr. Karin Tuxhorn, das Publikum an. "Aber dass derart viele Leute das renommierte Vokalquintett hören wollen, verschlägt uns schlichtweg die Sprache." Keiner der Konzertgäste wird es am Ende bereut haben, gekommen zu sein, zumal sich die Gesangsgruppe - mit gerade ansteckender Fröhlichkeit - in Hochform präsentierte: Christine Burkhard (Sopran), Kerstin Bogensee (Mezzo-Sopran), Marion Bernstein (Alt), Winfried Zastrow (Tenor) und Frank Bernstein-Jensen (Bass). Die Sänger bildeten einen erfreulich sauber und ausgewogen intonierenden Klangkörper, waren doch die Stimmen klanglich und dynamisch optimal aufeinander abgestimmt. Dies zeugte von Einfühlungsvermögen in die Stimmung und Struktur der Kompositionen. Bei der rhythmischen Gestaltung der Sätze waren Präzision und Sicherheit nicht zu überhören. Die vorgetragenen Texte blieben auch bei komplizierten Arrangements stets klar verständlich. Einige erst wenige Tage zuvor einstudierte Choreographien sorgten gelegentlich für Heiterkeit. "Was den Stil unserer Arrangements angeht", so ließ sich Christine Burkhard vernehmen, "eifern wir häufig den berühmten King`s Singers nach."

Inhaltlich und musikalisch deckte das Ensemble den gesamten Zeitraum von der Renaissance bis zur Gegenwart ab. Von frühbarocken Liebesgesängen, imitiertem Marktgeschnatter und Dampflok-Geschnaufe über Gospels, diverse Titel aus den Bereichen Pop und Rock`n Roll, einen Auszug aus einem Rock-Oratorium bis hin zu fetzigem Jazz und einem launigen, plattdeutschen "Nordfriesenlied" (Marke Eigenbau) war alles vertreten. Jedes Mitglied des Ensembles, das neben seinem Gesang auch den Klang von Percussions und Geräuschen imitierte, nutzte mehrfach die Gelegenheit, sich in souveräner Manier auch solistisch zu präsentieren. Dies gelang unter anderem Christine Burkhard bei ihrer Darbietung des sanften, lyrischen Wiegenliedes, Kerstin Bogensee beim Beatle-Song "Let it be", Marion Bernstein bei ihrer Gestaltung einer Pariser Marktszene, Winfried Zastrow bei dem Liebeslied "Follow me" und Frank Jensen bei seiner Show-Darbietung "Mein Lied", in der er seinen Bass augenzwinkernd als "Krone der Schöpfung" pries. Nach mehreren Zugaben verabschiedete sich das Ensemble mit einem leise ausklingenden "Irischen Reisesegen".

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