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Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 14:22 Uhr

1. Mai : Voller Fest-Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Maibaumklettern, Schlauchzielwurf und Gemeinschaftssinn: Bei besten Wetter wurde vielerorts in Südtondern der Wonnemonat begrüßt.

Den Wonnemonat Mai hat die Freiwillige Feuerwehr Leck gestern traditionell eingeläutet: Zum 28. Mal herrschte Volksfeststimmung rund um den Maibaum auf dem Areal an der Büllsbüller Chaussee, Hunderte von Bürgern kamen. Die Feuerwehrleute hatten gut daran getan, den neuen Maibaum schon am Abend zuvor in die Senkrechte zu bringen. Sieben Meter ist er länger als der „Alte“, misst 27 Meter, von denen zwei in der Verankerung verschwinden.

Aufgrund dieser Länge und dem geschätzten Gewicht von 1200 Kilogramm gestaltete es sich schwierig, den hölzernen Giganten vom hinteren Gelände überhaupt an den vorgesehenen Standort zu transportieren. Gabelstapler, Kran, Seilwinde und Muskelkraft kamen zum Einsatz, bis das Frühjahrssymbol nach fast zwei Stunden endlich in das Erdloch und die betonierte Hülse versank.


Hektoliterweise Erbsensuppe


Als die ersten Besucher eintrudelten, wiegte sich der Kranz bereits hoch in den Lüften, die Bänder flatterten, weithin sichtbar waren die Zunftschilder. Wagemutige konnten sofort in die Hände spucken, um den Maibaum zu erklimmen und die Glocke zum Erklingen zu bringen. Als Lohn winkten von Geschäftsleuten spendierte Preise. Die Kleinen machten es den Großen beim „Kinder-Maibaum“ mit kräftiger Hilfe der Uniformierten nach und freuten sich über Leckereien.

Den Übungen der Feuerwehrleute wurde interessiert zugeschaut, die Einsatzfahrzeuge inspiziert und der Nachwuchs in diesen durch den Ort kutschiert. Stärkung gab es auch: 300 Liter Erbsensuppe hatten Kurt Lens, Eckerhard Aust und Joachim Pilz morgens ab 5 Uhr gekocht, damit sie zeitig ausgeschenkt werden konnte.

Der Nordfriesische Heimatverein Dagebüll bat ebenfalls „unter den Maibaum“. Dieser wurde am Fuß der malerischen Halligwarft Südwaygaard aufgestellt, wo sich Bewohner der Drei-Dörfer-Gemeinde versammelt hatten, um zuzuschauen – und danach in der Fahrzeugbox der Waygaarder Feuerwehr gemütlich beisammen zu sitzen. In seiner Begrüßung sprach der Bürgermeister Hans-Jürgen Ingwersen von einem hölzernen Jubiläum. Der seit zehn Jahren durch die Gemeinde wandernde Baum wurde zum vierten Mal in Waygaard aufgestellt.


Erinnerungen an teuflische Tänze


Gemeindevertreter Broder Brodersen, unterstützt von Dr. Katinka Schweizer (Gitarre), stimmte das von Emanuel Geibel gedichtete und von Justus Wilhelm Lyra vertonte Volks-, Frühlings- und Wanderlied „Der Mai ist gekommen“ an. „Tetje vun de Waterkant“ (alias Theo Kuchel aus Langenhorn) hatte vorher seine rollende Musikbox angeworfen. Der Musikus erinnerte an den Beginn des nordischen Sommers, wie er einst in der Walpurgisnacht gefeiert wurde, als die Hexen im Harz mit dem Teufel tanzten, als Abschied vom Winter genommen – und es endlich Frühling wurde. In vielen Dörfern kam der Brauch auf, dieses Datum zu feiern, Maibäume aufzustellen – und sie vor bösen Buben aus der Nachbarschaft zu bewachen.

Melf Paulsen, Initiator und Vereinsvorsitzender des Nordfriesischen Heimatvereins Dagebüll, bekam von Förster Lorenzen eine stattliche Weißtanne aus dem Langenberger Forst geschenkt. Rundum wurde der 9,50 Meter lange Stamm mit den Friesenfarben „göljn – rüdj – ween“ verschönt.


Kinder-Gaudi und Pokal-Wettkampf


In Stadum wurde die 26. Maifeier auf dem Dorfplatz begangen. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Holzacker und Stadum, unterstützt von der Stadumer Jugendfeuerwehr, hatten keine Probleme, den mit frischem Grün hübsch dekorierten, schlanken Baum schon beim ersten Versuch an seinen angestammten Platz zu hieven. Für die Kinder und Jugendlichen war beim Maibaumklettern und Kringelbeißen Gaudi angesagt. Das Schlauchzielwerfen um den „Europokal“ lockte viele Gäste an. Dieser Pokal wurde vor Jahren von einer gemeinsamen Mannschaft aus Stadum und Holzacker bei einem Wettstreit in Dänemark gewonnen. Seither wird in einem internen Wettkampf zwischen den beiden Ortswehrenam 1. Mai ermittelt, wem der Pokal für das laufende Jahr zugesprochen wird. Diesmal wurden die Stadumer erster Sieger.

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erstellt am 02.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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