Neue Aufgaben : Visionen einer Stadt im Aufschwung

Wilfried Bockholt.
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Wilfried Bockholt.

Niebüll ist in den letzten zwei Jahrzehnten rapide gewachsen - Jetzt will die Stadtvertretung Ziele und Aufgaben für die Zukunft definieren

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06. Juni 2014, 05:00 Uhr

Die Stadt wächst seit Jahren: mehr Einwohner, mehr Baugebiete, mehr Gewerbebetriebe. Niebüll im Herzen Südtonderns geht es demografisch und wirtschaftlich gut. Aktuell liegt die Zahl der Bürger knapp unter 10 000 Einwohnern. Damit hat es in den letzten 22 Jahren einen Bevölkerungszuwachs von 40 Prozent gegeben.

„All diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass wir uns Gedanken machen müssen über die weitere Wohnbauentwicklung, die Verkehrsinfrastruktur und -leitung, die schulischen Angebote, die Betreuungsangebote für Kinder und auch für Senioren, die Rolle des Sports, des Vereinslebens, des Tourismus und der künftigen gewerblichen Entwicklung“, sagt Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt. Einen wichtiger Schritt in Richtung eines solchen Zukunftskonzeptes soll jetzt die „Vision Niebüll 2020“ werden.

Die Stadtvertretung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ziele und Grundsätze für die Politik der kommenden Jahre zu formulieren. Um die Kernthemen herauszuschälen, hatte sich bereits Anfang April eine Gruppe aus den Vorsitzenden der Fraktionen und der Ausschussvorsitzenden gemeinsam mit dem Bürgervorsteher und dem Bürgermeister sowie der Stadtbetreuerinnen im Amt ein Wochenende zurückgezogen und vorgearbeitet. Eingeleitet wurde der Workshop mit einem kleinen Film, zusammengestellt aus Beiträgen des Fernsehens und anderen Quellen, angefangen mit der Vision Olympia 2004 von 1996 über die Themen Wachstum der Stadt, Bildungslandschaft, Energiekommune bis zum aktuellen „Happy-Video“. Das Ergebnis der Wochenend-Sitzung wurde jüngst den übrigen Stadtvertreterinnen und den bürgerlichen Mitgliedern der Ausschüsse sowie dem Amtsdirektor des Amtes Südtondern vorgestellt. In der Zusammenfassung der vielen Einzelpunkte haben sich dabei Themenkreise ergeben, die den einzelnen Fachausschüssen zugeordnet werden konnten. Diese Themenkreise, die von der Stadtplanung über die veränderten Anforderungen durch den demografischen Wandel bis zur Frage überörtlicher Kooperationsnotwendigkeiten in der Region Südtondern reichen, sollen nun in den kommenden Wochen bis zur Sommerpause in den Fachausschüssen vorgestellt, inhaltlich erörtert und ergänzt oder auch verworfen werden.

Schon jetzt ist der Zeitplan für das Zukunftskonzept klar umrissen: Am Ende wird eine Positionierung aller Ausschüsse über alle Aufgabenfelder erwartet, die dann vom Hauptausschuss nach der Sommerpause in seiner Aufgabenstellung gemäß Gemeindeordnung zur Formulierung von Zielen und Grundsätzen für einen mittelfristigen Zeitraum bis 2020 zur Beschlussfassung durch die Stadtvertretung koordiniert und zusammengefasst werden. Nach Beschlussfassung durch die Stadtvertretung ist bis zu den Herbstferien die Vorstellung im Rahmen einer Einwohnerversammlung geplant. Den Auftakt der Ausschussberatungen war am 22. Mai in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses sowie am Donnerstag, 26. Mai, in der Sitzung des Schul-, Kultur- und Sozialausschusses der Stadt Niebüll.

Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt sieht die Gründe für die gute Entwicklung in der Städtebauförderung der 80er Jahre, im konsequenten Planungshandeln im Bereich Stadt- und Einzelhandelsentwicklung, einem ausgeglichenen Wohnungsmarkt sowie einer guten Verkehrsanbindung. „Genauso wie die für ganz Südtondern geltende Feststellung, dass vieles von der Entwicklung, wie wir sie haben, vermutlich nicht da wäre, wenn es den großen Arbeitsmarkt rund um den Tourismus auf der Insel Sylt wie auch auf Föhr und Amrum nicht gäbe.“

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