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Nordfriesland Tageblatt

24. Oktober 2017 | 13:35 Uhr

Visionär mit Durchhaltevermögen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Dass Südtondern auf der deutschen Festival-Karte für junge Menschen sichtbar geworden ist, liegt auch an Skandaløs-Mitbegründer Dirk Petersen

von
erstellt am 10.Nov.2015 | 11:31 Uhr

Anfangs waren es nur Sommerpartys für Freunde, die Dirk Petersen (26) zusammen mit seiner Schwester und zwei weiteren Bekannten auf privatem Grundstück beim Bundesgaarder See organisierte. Irgendwann aber kam dann die Idee auf, auch einmal eine Band zu diesen Events einzuladen. Die Zahl der Gäste auf den Partys stieg stetig, und so entstand schließlich das Skandaløs-Festival am Hülltofter Tief, das in diesem Jahr zum dritten Mal in Neukirchen stattfand und bei bestem Wetter mehr als 3500 Menschen anlockte.

Das Festival findet inzwischen auf einem von der Gemeinde gekauften Grundstück statt, denn Neukirchens Bürgermeister Peter Ewaldsen unterstützt das Event unweit der dänischen Grenze. Die Initiatoren der früheren Sommerpartys gehören weiterhin mit zum Team, mittlerweile kümmert sich jedoch der gemeinnützige Verein „Kulturflut Skandaløs“ mit 30 Mitgliedern um den reibungslosen Ablauf des Festivals. „Uns allen ist der nichtkommerzielle Charakter der Veranstaltung wichtig“, betont der Hamburger Dirk Petersen, der seit seiner Kindheit oft in Neukirchen zu Gast ist, in Hamburg aber wohnt. „Uns kommt es darauf an, künstlerische Qualität zu schaffen.“

Dirk Petersen sieht sich stellvertretend für alle ehrenamtlichen Helfer, die mit ihrem Einsatz dafür sorgen, dass Südtondern auf der deutschen Festival-Karte für junge Menschen sichtbar geworden ist. Und die steigende Zahl an „Gefällt mir“-Klicks beim Internetportal Facebook kann als Hinweis dafür gedeutet werden, dass sich der Skandaløs-Bekanntheitsgrad noch steigern könnte. Wer kannte früher schon den Ort Wacken? Durch das Heavy-Metal-Festival ist er längst sein Begriff. Und wer kennt die idyllische Gemeinde Neukirchen? Musikfreunde sollen sie auf jeden Fall noch besser kennenlernen. Wobei aber nicht auf Hardrocker abgezielt wird. Die Organisatoren des Festivals bevorzugen mit Folk, Rock, Soul und Blues eher den Vergleich zum US-Rockfestival Woodstock von 1969 in Bethel. Aber auch in der Zukunft schwebt ihnen keine Massenveranstaltung vor. „Gern darf Skandaløs noch auf bis zu 5000 Besucher wachsen, damit sich das Ganze ökonomisch trägt und wir noch mehr Handlungsspielraum haben“, sagt Petersen. „Das Festival soll aber weiterhin ein Ort der Zusammenkunft, Freiheit und Inspiration sein.“

Schon jetzt zeigt das künstlerisch-kulturelle Drumherum ein breites Spektrum – mit zahlreichen Angeboten abseits des großen Bühnenprogramms wie Chill-Out-Zonen, Bazar, interaktiven Workshops, Theater, Poetry Slams und verschiedenen Performances. Gespielt und agiert wird sowohl unter freiem Himmel als auch unter Zeltdächern.

„Um so ein Festival auf die Beine stellen zu können, braucht man eine Vision und eine Menge Durchhaltevermögen“, resümiert der Kulturwissenschaftler Petersen.

Wie eigentlich der Name Skandaløs zustande kam? Das Festival habe nichts mit skandalträchtigem Verhalten zu tun, wie der Name vermuten lassen könnte. Vielmehr deuten die Buchstaben „Skan“ auf die skandinavische Nachbarschaft hin, die Teil des Festivalprogramms ist. Petersen: „Und damit es mit seiner Internationalität auch auf Dauer stattfinden kann, brauchen wir auch die finanzielle Unterstützung der Kulturförderungsinstitutionen – neben der großartigen Arbeit der vielen freiwilligen Helfer.“

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