zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

20. August 2017 | 13:33 Uhr

Virtuoses Vokal- und Orgelkonzert

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Musikfreunde Leck und Umgebung veranstalten in der St. Willehad-Kirche ihr letztes Konzert für dieses Jahr

Das letzte Konzert, das der „Verein der Musikfreunde in Leck und Umgebung e.V.“ in diesem Jahr veranstaltete, wurde in der St. Willehad-Kirche zu Leck vom Flensburger Kammerchor „Cappella St. Nikolai“ gestaltet, dessen Dirigent, Kirchenmusikdirektor Michael Mages, auch an der Paschen-Orgel virtuos musizierte. Bevor der erste Ton erklang, hieß Heidi Specht-Christel als. Vorsitzende der Gastgeber alle Mitwirkenden und deren Zuhörer willkommen und bedankte sie sich bei der Kirchengemeinde Leck für die Überlassung deren Gotteshauses für das adventliche Vokal- und Orgelkonzert.

Dieses begann mit drei Sätzen aus dem „Magnificat Primi Toni“ von Hieronymus Praetorius, einem der Schöpfer der „Norddeutschen Orgelschule“, deren Stil unter anderem durch ein besonders eigenständiges Pedalspiel geprägt ist. Zu einem späteren Zeitpunkt interpretierte Mages stilistisch makellos ein weiteres Werk dieser frühbarocken Kunstrichtung: die quicklebendige „Fantasie in G“ von Heinrich Scheidemann, die sich durch häufige Dialoge der Stimmen und diverse Echo-Effekte auszeichnet.

Bevor der Kammerchor mit seinem abwechslungsreichen Programm eine Reise durch verschiedenste Epochen der Musikgeschichte unternahm und dabei inhaltlich einen Bogen vom Ende des Kirchenjahres zur Weihnachtszeit schloss, erläuterte Michael Mages den Leitfaden der Programmfolge. Sie sei nicht chronologisch ausgerichtet, sondern bemüht, unterschiedlichste Stilrichtungen einander gegenüberzustellen. Ausgewählt habe man Werke aus dem Zeitraum zwischen der Renaissance und dem 20. Jahrhundert. Für einen besonders krassen Kontrast sollten die unmittelbar nacheinander dargebotenen Chorsätze „O magnum mysterium“ von Tomás Luis da Victoria (1548-1611) und „Lux aurumque“ von Eric Whitacre (geb. 1970) sorgen. Beide waren zwar von extrem ruhigem Charakter, doch unterschieden sie sich im Klangbild enorm, da der erste keinerlei Dissonanzen aufwies, während im zweiten mit diesen sehr zeitgenössisch umgegangen wurde. Als interessant erwies sich auch die stilistische Verschiedenheit des von Josquin Deprez (um 1440-1521) vertonten Gebetes „Ave Maria“ und dem andächtig gesungenen Lied „Übers Gebirg’ Maria geht“ von Johannes Eccard (1553-1611).

Der von Michael Mages souverän geleitete Kammerchor intonierte seine Lieder, Hymnen und Motetten absolut rein und erfreute seine Zuhörer durch einwandfrei Aussprache der Texte, die ihr inhaltliches Verständnis förderte. Die Leistungen der Vokalisten sind um so höher zu werten, als sie – gewohnt, in großen Kirchen mit Nachhall zu singen – sich mit der knochentrockenen Raumakustik des Lecker Kirchenschiffs zu plagen hatten, die Akkorde abrupt abreißen ließ. Besonders gut gelang den Sängerinnen und Sängern die Interpretation dreier sakraler Kompositionen von Heinrich Schütz (1585-1672): „Verleih uns Frieden“, „Die mit Tränen säen“ und „Meine Seele erhebet den Herren“. Bei deren Vortrag wurde deutlich, wie gekonnt Schütz den Sprachrhythmus der Texte der Melodieführung angleicht. Das Programm endete mit einem gefühlvollen romantischen Block: drei Motetten von Josef Gabriel Rheinberger (1833-1897) und der anspruchsvollen Choralbearbeitung des Adventsliedes „O Heiland, reiß die Himmel auf!“ von Johannes Brahms.

Heidi Specht-Christel fasste den Schlussapplaus des spürbar begeisterten Publikums in Worte und überreichte dem Chorleiter ein kleines Präsent, bevor sich alle Mitwirkenden des Konzertes mit dem klangschönen Bachsatz „Gloria sei dir gesungen“ verabschiedeten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen