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Nordfriesland Tageblatt

18. Oktober 2017 | 11:54 Uhr

Virtuoses Spiel mit russischer Seele

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Romantik, Leidenschaft und Pathos: Das Duo Simone Drescher (Cello) und Olga Gollej (Piano) bot im Rathaus Leck russische Kammermusik für Violoncello und Klavier.

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2014 | 14:38 Uhr

Mit einem anspruchsvollen Programm eröffnete der Verein Musikfreunde in Leck und Umgebung im Sitzungssaal des Lecker Rathauses seine Konzertsaison 2014. Simone Drescher (Cello) und Olga Gollej (Piano) boten russische Kammermusik für Violoncello und Klavier, überschrieben mit „Rossija“. Das Duo gründete sich vor drei Jahren in Weimar und gehört dem elitären kleinen Kreis junger Künstler der Bundesauswahl des Deutschen Musikrates an. Trotz nasskalten Schmuddelwetters hatten sich erwartungsvolle Zuhörer eingefunden, um das erste vom neuen Vorstand organisierte Konzert mitzuerleben.


Von Tschaikowsky bis Rachmaninoff


Die beiden Instrumentalisten musizierten auf künstlerisch höchstem Niveau: Simone Drescher auf einem wertvollen, durch seinen sonoren Klang bestechenden Violoncello, das Stefano Scarampella (Mantua) um 1910 schuf, Olga Gollej auf dem vereinseigenen Blüthner-Flügel, der sich besonders gut für die Wiedergabe romantischer Werke eignet. Und mit solchen – ergänzt durch eine zeitgenössische Sonate – wusste das virtuose, musikalisch einfühlsame und spieltechnisch voll überzeugende Duo seine Zuhörer zu verwöhnen.

Zum Auftakt warteten Simone Drescher und Olga Gollej mit einem „Bonbon“ für alle Freunde gefühlvoller Romantik auf: dem höchst melodiösen „Andante cantabile“ aus dem Streichquartett, op. 11, von Peter Tschaikowsky. Der unmittelbar zu Ohr und Gemüte gehende Satz, dessen Hauptthema auf dem Volkslied „Auf dem Diwan Wanja saß“ basiert, soll schon Leo Tolstoi zu Tränen gerührt haben. Simone Drescher ließ ihr Cello „singen“, dass es eine Freude war. Olga Gollej begleitete sie musikalisch auf Augenhöhe.

Wie aus einem Guss spielten beide auch auf, als sie die 1978 für ihre Besetzung komponierte „Sonate Nr. 1“ von Alfred Schnittke interpretierten. Diese forderte der Cellistin wie auch der Pianistin ein Höchstmaß an Virtuosität, dem Publikum viel Konzentration ab.

Den Abschluss und Höhepunkt des regulären Programms bildete die Sonate g-moll, op. 19, für Violoncello und Klavier von Sergej Rachmaninoff. Das viersätzige, spätromantische Werk voller Leidenschaft und Pathos weist seinen Komponisten als Freund der Musik seiner russischen Heimat aus. Den hohen spieltechnischen Anforderungen der Sonate wurden beide Interpretinnen uneingeschränkt gerecht.

Für den lange anhaltenden, lautstarken Beifall seines rundum begeisterten Publikums bedankte sich das Duo mit einem weiteren Satz von Rachmaninow, in dem dieser ein Thema von Paganini aufgreift und variiert.

 

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