Klassik : Virtuose Saitenspiele

Mirjam Schröder und Maximilian Mangold konzertierten in Leck.

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14. Februar 2013, 08:51 Uhr

Leck | Als ein Konzert der absoluten Spitzenklasse erwies sich das jüngste vom "Verein der Musikfreunde in Leck und Umgebung" initiierte Event. Meisterlich gestaltet wurde es durch Mirjam Schröder (Harfe) und Maximilian Mangold (Gitarre). Interessant am Rande: Die beiden hatten sich vor acht Jahren bei einem Gastspiel in Leck kennengelernt. Unmittelbar darauf gründeten sie das bislang einzige deutsche Instrumentalduo in der Besetzung Harfe/Gitarre. Fortan widmeten sie sich gemeinsam schwerpunktmäßig der zeitgenössischen Musik von Komponisten aus Spanien, Mexiko und Südamerika.

"Virtuose Saitenspiele" kündigte der Vorsitzende der Gastgeber, Michael Hoppe, an. Er hatte damit nicht zu viel versprochen, denn was beide Interpreten leisteten, war im Hinblick auf ihr spieltechnisches Können und musikalisches Einfühlungsvermögen - bei absolut präzisem Zusammenspiel - nicht zu toppen. Zum Auftakt spielten Mirjam Schröder und Maximilian Mangold eine aus drei Tanzsätzen zusammengefügte "Suite" von Narciso Jorge Saul (geb. 1957), einem in der argentinischen Volksmusik verwurzelten Komponisten. Alle drei Tänze gingen dem Publikum unmittelbar ins Ohr, wenngleich jeder von ihnen auf dem Tanzboden fehl am Platze gewesen wäre. Denn die Musik des Tangos, Walzers und der Milonga wies doch stark experimentelle Züge auf.

Noch erheblich "moderner" erklang die zeitgenössische "Musica riservata für Gitarre und Harfe" namens "Láura serena" von Jörg-Peter Mittmann (geb. 1962). Man könnte sie umschreiben als "Phantasie für gezupfte Saiten" bei der Gitarre und Harfe im Grundsatz auf Augenhöhe agierten, sich beim Wahrnehmen des Führungs- und Begleitparts aber ständig abwechselten. Überwiegend gesanglichen Charakter wies eine dreisätzige Komposition des im Jahre 1969 geborenen Spaniers Chiki Serrano auf. Als "Fast-Uraufführung" präsentierte das Duo die an gewollten Dissonanzen reichen "Magic Moves" von Gerhard Müller-Hornbach (geb. 1951), eine echte Herausforderung für das Publikum. Das Werk wurde erst zum zweiten Male öffentlich dargeboten.

Vergleichsweise entspannt konnten die Zuhörer der klangschönen, zuweilen jazz-ähnlich swingenden "Suite Màgica" von Diego Pujol (geb. 1957) lauschen, dessen starke Beeinflussung durch den Argentinier Astor Piazolla kaum zu überhören war.

Beide Interpreten durften auch je einmal solistisch ihre Virtuosität unter Beweis stellen: Maximilian Mangold bei der "Sonatina Méridional" von Manuel Maria Ponce (1882 - 1946). Hierbei trat immer wieder klangschöne mexikanische Folklore in Erscheinung, am deutlichsten beim fröhlichen Satz "Fiesta". Mirjam Schröder wusste mit dem liedhaft-melodischen "Viejo Zortzico für Harfe solo" vom bastischen Tonsetzer Jesus Guridi (1886 - 1961) ihre Zuhörer zu begeistern.

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