Vier Tage lang Niebülls sicherster Ort

Polizeibeamte der International Police Association aus fünf Nationen trafen sich als bekennende Wohnmobilisten im Stadtzentrum

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13. Mai 2013, 10:02 Uhr

Niebüll | Das Marktplatz-Gelände östlich der Schwimm- und Südtondernhalle war von Himmelfahrt bis zum gestrigen Sonntag Schauplatz eines großen Wohnmobiltreffens. Das Besondere: Angereist waren aktive und ehemalige Polizeibeamte mitsamt familiärem Anhang aus Frankreich, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und der Bundesrepublik. Die Teilnehmer gehören der 1950 vom Engländer Arthur Troop gegründeten International Police Association (IPA) an, die weltweit 380 000 Mitglieder zählt.

Gastgeberin des Treffens war die IPA-Verbindungsstelle Nordfriesland. Organisiert und geleitet wurde die Begegnung der reiselustigen Polizisten von Polizeikommissar Uwe Jacobs (Niebüll) mithilfe seiner Kollegen Hans-Detlef Brodersen (Mildstedt) und Viktor Mürkens (Nordstrand), beide bekannt aus ihren Aufgabengebieten in den Einsatzleitstellen Husum und Harrislee beziehungsweise bei der Wasserschutzpolizei Kiel. Mit von der Partie war auch der frühere Dagebüller "Sheriff" Rolf Hansen, seit neun Jahren Pensionär. Viktor Mürkens schaffte es beim 18. Treffen der IPA-Wohnmobilfreunde 2011 in Karlsruhe-Durlach, die deutsche Sektion dazu zu bewegen, das 20. Treffen in den Luftkurort Niebüll zu vergeben.

In Südtonderns Stadt fanden die Organisatoren im Rathaus und Amt auf Anhieb freundliche Aufnahme - und bei Bürgermeister Wilfried Bockholt und Amtsdirektor Otto Wilke offene Ohren. Für das Treffen wurden der Marktplatz und Funktionseinrichtungen in der Südtondernhalle zur Verfügung gestellt, für Gemeinschaftsveranstaltungen die Mensa der Friedrich-Paulsen-Schule. "An dieser Stelle möchten wir uns bei der Stadt, dem Amt und den Stadtwerken herzlich bedanken", erklärte Viktor Mürkens.

Zufriedenheit signalisierte auch die internationale Familie der Wohnmobilisten, für die die nordfriesischen Gastgeber ein buntes Programm zusammengestellt hatten - mit Highlights wie einer Wattwanderung nach Oland, Fahrt mit der "Kleinbahn" (NEG) nach Dagebüll, Trips zu den Inseln Föhr und Sylt mit einem Besuch der nördlichsten Fischbude der Bundesrepublik sowie einem Ausflug in die Stormstadt mit Kaffeetrinken auf MS "Nordertor".

Allein das nördliche Bundesland und die Region an der Westküste waren für die Gäste ein Erlebnis. "Ich finde es fantastisch hier", schwärmte der österreichische Gendarmerie-Bezirksinspektor Dieter Buchleitner aus Arnfels/Steiermark vom ungehinderten Weitblick an einen fernen Horizont, der daheim allenfalls bis an den nächsten Bergkamm reicht. Die Begeisterung teilte mit ihm Ehefrau Herta. Mit ihr legte er genau 1334 Kilometer nach Niebüll zurück, wo er von den IPA-Gastgebern als am weitesten Gereister urkundlich geehrt wurde. Ältester Teilnehmer des Niebüller Treffens war der 82-jährige Hans Georg Hagendorf aus Berlin.

Mit 80 Wohnmobilen und 165 Teilnehmern war das 20. internationale Treffen der IPA-Wohnmobilfreunde in Niebüll das bisher größte. "Sonst waren es immer nur um die 50 Fahrzeuge, die Kurs auf unsere Treffpunkte nahmen", freute sich der Nordfriese Hans-Detlef Brodersen über den Rekord. Es gab eine Menge zu erzählen unter den Teilnehmern. Manchmal waren es alte Freundschaften, die neu belebt wurden, doch häufig entstanden durch den Austausch von Erfahrungen und Erlebnissen neue Bekanntschaften.

Die Gemeinschaft der Ordnungshüter, sie reisten mit Frau und Kindern, aber auch schon mal mit zwei Huskies und einer Katze ins nordfriesische Niebüll, gab sich als eine große Familie, reiselustig, voller Neugier auf Land und Leute. Sie genossen die Freude, unabhängig zu sein und einmal eine Kleinstadt ganz oben im Norden der Bundesrepublik kennen zu lernen.

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