Erweiterung in Niebüll : Vier neue Betten für das Hospiz

Das Wilhelminen-Hospiz im Niebüller Westersteig soll erweitert werden: Hinter dem jetzigen Gebäude ist an der Marktstraße ein Neubau geplant.
Das Wilhelminen-Hospiz im Niebüller Westersteig soll erweitert werden: Hinter dem jetzigen Gebäude ist an der Marktstraße ein Neubau geplant.

Einrichtung soll für 2,1 Millionen Euro erweitert werden – 50000 Euro wird die Stadt Niebüll beisteuern.

shz.de von
03. März 2018, 10:09 Uhr

Niebüll | Sterben ist ein Thema, über das die meisten Menschen nicht gerne sprechen. In Würde, Geborgenheit und möglichst schmerzfrei das letzte Stück Lebensweg gehen zu können, zählt aber zu den wichtigsten Wünschen besonders der älteren Bürger. Für das Team von Christel Tychsen im Wilhelminen-Hospiz ist genau das jeden Tag das oberste Ziel. Dazu kommen so wichtige Angebote wie die Trauerbegleitung, die ganzen Familien in schweren Zeiten oft über Jahre Halt und Lebensmut schenken. Das vor sieben Jahren eröffnete Hospiz im Westersteig ist derzeit Thema in zahlreichen kommunalpolitischen Gremien in Südtondern. Denn mit Blick auf die stetig steigende Nachfrage nach den Plätzen und Angeboten soll durch einen Anbau die Zahl der Betten von sieben auf elf erhöht sowie auch die räumliche Situation für die Mitarbeiter verbessert werden. 2,1 Millionen Euro wird der Anbau kosten, der sich direkt an das Hospiz in Richtung Marktstraße anschließen wird. 150 000 Euro sollen laut Finanzplan die Kooperationspartner übernehmen, zu denen zahlreiche Gemeinden und die Stadt Niebüll zählen.

Kurz vor Weihnachten ging der entsprechende Antrag bei Bürgermeister Wilfried Bockholt im Rathaus ein. „Nach Abstimmung mit den Fraktionsspitzen habe ich vorgeschlagen, dass die Stadt ein Drittel dieser Summe übernimmt, also 50 000 Euro“, sagt der Bürgermeister, der die Bedeutung des Wilhelminen-Hospiz aufs Höchste schätzt: „Mit Blick auf die Menschen, die dort stationär oder in Gesprächsgruppen betreut werden und auf die überregionale Strahlkraft ist das Hospiz ein bedeutender Standortfaktor für Niebüll“, betont Wilfried Bockholt.

„Das Wilhelminen-Hospiz ist eine der wichtigsten Einrichtungen der Stadt, es ist Anlaufpunkt für Menschen aus ganz Schleswig-Holstein. Die beschlossene Förderung ist eine sehr gute Entscheidung“, unterstreicht auch SPD-Fraktionschef Thomas Uerschels.

Die Erweiterung von sieben auf elf Betten bezeichnet Wilfried Bockholt als „große Entwicklung“. Denn damit verbunden sei eine deutliche Steigerung der laufenden Kosten und der Personalausgaben, die Zahl der Mitarbeiter wird von 17,4 auf 21,4 Stellen steigen.

Ein weiterer Vorteil der Erweiterung ist, dass künftig alle Bereiche des Wilhelminen-Hospiz räumlich miteinander verbunden sind. Die ambulanten Dienste, die Trauerarbeit und Seminarräume sind derzeit im Haus Underwood in unmittelbarer Nachbarschaft untergebracht. Dieses hat die Hospiz gGmbH im Jahr 2013 gekauft. Dieses Haus soll nun wieder veräußert werden, sobald der Erweiterungsbau fertig ist. Dieser wird zudem die Wünsche nach einer größeren Küche, mehr Lagerräumen und eigenen Räumen für die Geschäftsführung, die Sozialdienstleitung und die Pflegedienstleitung erfüllen, die bisher zusammen in einem Büro untergebracht sind. Ziel aller Verbesserungen ist eine noch optimalere Versorgung der Bewohner und ihrer Angehörigen. Der zweigeschossige Anbau entsteht mit einem Verbindungsflur zum Hospiz in Massivbauweise auf dem Nachbargrundstück, das das Hospiz erworben hat. Die Nutzfläche beträgt rund 660 Quadratmeter. Projektpartner ist neben dem Förderverein für den ambulanten Hospizdienst, der Stadt und diversen Gemeinden auch der Kreis, der einen Zuschuss von 400 000 Euro bereits beschlossen hat. Weitere 400 000 Euro sollen aus dem genannten Hausverkauf kommen, 350 000 Euro durch Eigenkapital, knapp 530 000 Euro müssen durch einen Kredit finanziert werden. Bleiben noch 250 000 Euro, die an sich aus Fördermitteln über die Aktivregion Nordfriesland Nord eingeworben werden sollten. Doch das gestaltet sich laut Regionalmanager Simon Rietz trotz der überregionalen Bedeutung des Hospizes für die Daseinsvorsorge schwieriger als gedacht. Grund: Die Förderrichtlinie schließt Projekte von einem Gesamtinvest von mehr als einer Million Euro aus. „Wir prüfen gerade mit dem Landesamt, ob es einen anderen Weg gibt“, sagt Rietz. Auch den Verantwortlichen der Aktivregion sei bewusst, welche Bedeutung das Wilhelminen-Hospiz für eine ganze Region hat.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen