Stadtplanung : „Vier auf einen Schlag“: Sanierung im großen Stil

Auch das Hallenbad soll saniert werden.
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Auch das Hallenbad soll saniert werden.

Niebüll hat die Chance, Fördergelder zu bekommen – doch die Zeit drängt.

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29. März 2017, 18:20 Uhr

In zwei Jahren kann es wie in den 1980er-Jahren zu einer bedeutsamen Aufwertung der Stadt kommen: Bauamtsleiter Udo Schmäschke stellte im Hauptausschuss ein groß angelegtes Sanierungsprogramm rund um Schwimm- und Sporthalle vor. Auf einen Schlag könnte ab 2019 der Neubau Südtondernsporthalle, die Sanierung des Hallenbads, eine Sanierung oder Neubau der Begegnungsstätte (ist derzeit noch nicht entschieden), der Erhalt und die behutsame technische und energetische Sanierung des Wohnquartiers der 20er- und 30er-Jahre („Siedlungsgebiet“), eine grundlegende Sanierung der Tondernstraße und Hungerfennenweg sowie der Neubau Sportheim mit angrenzenden Parkplatzflächen realisiert werden.

„Wir wurden im März 2016 durch eine Programmausschreibung des Ministeriums für Inneres und Bundesangelegenheiten aufgefordert, Interesse am Städtebauförderungsprogramm ,Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke‘ zu bekunden“, erläuterte Südtonderns Bauamtsleiter Udo Schmäschke. Die Stadt hat darauf schnell positiv reagiert. Im Juli 2016 ließen Vertreter des Ministeriums sich dann das gewünschte Fördergebiet durch den Bürgermeister und die Verwaltung vorstellen. Im August 2016 hieß es zunächst, dass Niebüll gute Chancen habe, in das Programm aufgenommen zu werden. Doch erst am 18. Januar 2017 erhielt die Stadt die schriftliche Mitteilung, dass Niebüll als eine von drei Gemeinden ausgewählt worden sei. Ein Riesenerfolg – doch die Zeit drängt.

„Nun müssen wir bis zum 31. März antworten und unseren Willen bekunden. Erst danach erfolgt der endgültige Zuschlag“, so Schmäschke. „Für die Maßnahmen werden grob 12 bis 14 Millionen Euro an Ausgaben geschätzt.“ Durch die Förderung würden die Kosten zu zwei Dritteln vom Land beziehungsweise Bund getragen. Dem Bauamtsleiter liegt auch der Erhalt der Siedlungshäuser am Herzen. „Viele Häuser sind in die Jahre gekommen.“ Durch die Baumaßnahme könne der Bestand gesichert werden. Betroffen sind in dem Plangebiet zirka 180 Wohneinheiten, die geschätzt zu 50 Prozent im Besitz der Gewoba sind. Die anderen Wohnungen befinden sich in Privatbesitz. „Die Eigentümer wollen wir natürlich mitnehmen“, so der Bauamtsleiter. „Auf diese Weise können vor allem energetische Mängel behoben werden.“ Verpflichtend ist die Teilnahme nicht, aber eine gute Chance, um das Eigenheim mit Fördermitteln fit zu machen.

Während die Südtondernsporthalle komplett neu gebaut wird (es entsteht eine hochmoderne Dreifeldhalle), soll die Schwimmhalle vorrangig umweltgerecht saniert und barrierefrei gestaltet werden. Die Begegnungsstätte, das ehemalige Mädchenheim hinter der Mensa, ist ebenfalls dringend überholungsbedürftig. Einrichtungen wie der Geschichtsverein im ersten Stock sind für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar, alles strahlt den Charme der 50er-Jahre aus. „Derzeit wird aber noch diskutiert, ob wir einen Neubau errichten wollen“, erklärte Udo Schmäschke. Auf Anregung der Ministerialvertreter wurde auch das Sportlerheim einbezogen. „Vier auf einen Schlag“ bedeutet auch eine positive Außenwerbung für Niebüll. „Nachdem wir in den 80er-Jahren mit dem Städtebauförderungsprogramm die Innenstadt mit dem Rathaus plus Platz neu gestaltet haben, zogen die Geschäftsleute nach“, erinnert sich Schmäschke. Schmuckstücke wie „Jule B.“ trügen zum vorbildlichen Innenstadt-Flair der Kleinstadt bei. Am Donnerstag, 30. März, muss nun die Stadtvertretung ihre Zustimmung geben. Gäste sind ab 19 Uhr willkommen.

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