Dorfentwicklung : Viele Pläne, viele Standpunkte

Die Badestelle ist ein Anziehungspunkt für Touristen, die die Gemeindevertreter auch künftig im Ort halten wollen.
Die Badestelle ist ein Anziehungspunkt für Touristen, die die Gemeindevertreter auch künftig im Ort halten wollen.

Emmelsbüll-Horsbüll: Die Gemeindevertreter sind sich uneinig, wie sie eine Vielzahl an Baustellen bearbeiten wollen.

shz.de von
05. September 2018, 15:40 Uhr

Sie haben viel vor, die Emmelsbüll-Horsbüller: Von der Sanierung der Brücken über die Errichtung eines Gemeindezentrums bis zur ganzheitlichen Modernisierung der Gemeinde gibt es einen langen Wunschzettel. Das Problem: Die Kommunalpolitiker scheinen sich über ihre Pläne massiv uneinig zu sein.

Auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter kamen einige der vielen Fragen und Themen zur Sprache: Soll die Gemeinde in Zukunft soziale Medien nutzen? Wie kann man den Problemen mit freilaufenden Hunden an der Südwesthörner Badestelle Herr werden? Was soll in der alten Schule entstehen, wie geht es mit der Planung für das Gemeindezentrum voran? Wie sollen die Wohnmobilstellplätze in Zukunft geregelt werden? Schon bei der Entscheidung darüber, ob die Gemeinde künftig auf Facebook aktiv werden soll, gab es Meinungsverschiedenheiten zwischen den Gemeindevertretern.

„Es darf nicht sein, dass Dinge veröffentlicht werden, für die noch keine endgültige Handhabe besteht“, warnte Harald Momsen. Zu einem Kinderfest, das über Facebook beworben wurde, seien viel zu viele Teilnehmer gekommen. „Das darf nicht passieren. Ich bin dafür, dass wir unsere Gemeindeseite überarbeiten und von einer externen Person bestücken lassen“, sagte Momsen. Auch Bürgermeister Walter Sieger, der am Abend der Sitzung gesundheitlich verhindert war, erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass viele falsche Informationen in den Netzwerken weitergegeben würden: „Und das bleibt dann erstmal dort stehen, ohne, dass man etwas dagegen machen kann“, sagte Sieger.

Indes wandte die stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Vogel ein, dass es viele verschiedene Seiten der einzelnen Vereine in der Gemeinde gäbe und es Vorteile habe, diese zu bündeln. Sie schlug vor, den Tourismus-Ausschuss um das Spektrum „Digitalisierung“ zu erweitern und dort weiter über die Thematik zu beraten.

Für Zündstoff sorgt auch das Thema Wohnmobilstellplätze. „Wir haben dieses Jahr ganz massiv Beschwerden, weil zeitweise bis zu 16 Wohnmobile dort stehen, obwohl nur drei feste Stellplätze vorgesehen sind“, berichtet Vogel. Derzeit sind die Plätze kostenlos und locken deshalb schon seit einigen Jahren immer wieder zahlreiche Touristen an – ein rechtliches, aber auch touristisches Problem: „Wir haben dadurch momentan keine Wertschöpfung, doch wir müssen dazu kommen, dass die in der Gemeinde verbleibt“, sagt Vogel.

Die Diskussion über das Für und Wider einer Gebührenordnung und ging hin und her, die anwesenden Bürger wirkten erschöpft. Für die ziellosen Debatten während der Sitzung gab es schließlich auch einen Rüffel vom Amtsdirektor: „Ich muss es mal so in aller Deutlichkeit sagen: Das, was sie hier machen, ist ein bisschen wie im wilden Westen und führt zu nichts“, sagte Otto Wilke. Er lobte zwar die Sitzungsleitung durch Katharina Vogel, mahnte jedoch auch: „Nutzen Sie die Ausschüsse, wofür sie gedacht sind. So, wie Sie das hier heute Abend machen, ist es frustrierend für die Bürgerinnen und Bürger.“

Wilke schlug vor für die Projekte einen Ortsplaner hinzuziehen. Katharina Vogel unterstützte den Vorschlag: Die vielen Pläne müsse man in einem Gesamtkonzept erarbeiten. „Wir brauchen den Tourismus, der den Einheimischen und den Touristen dient.“

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