Friedrich Paulsen Schule : Viel Theater um totale Transparenz

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Mannschaftsspiele und „Der Circle“: Die FPS hat sich mit einem Sport- und Schulfest in die großen Ferien verabschiedet

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18. Juli 2015, 05:00 Uhr

Alljährlich pflegt sich die Friedrich-Paulsen-Schule mit einem Schulfest in die großen Ferien zu verabschieden. Dieses Mal war es etwas anders – dreifach anders. Zuerst wurden Mannschaftsspiele ausgetragen, danach folgte ein zweistündiges Zwischenspiel mit Musik und Siegerehrungen und zum Schluss Theater.

Zuerst zu dem von Aja Kretschmann, Doreen Frank und Ukrike Ackermann inszenierten „denkwürdigen“, Theaterstück, das das Lehrerinnen-Trio ausgewählt hatte, weil es offenbar vom „Circle“, einem Bestseller des Amerikaners Dave Eggers, angetan war.

Der Roman, in manchen Medien als „eher schlechtes Buch“ bezeichnet, öffnet den Blick in eine Welt totaler Transparenz und Kommunikation, in der alles „total digital“ und nicht geheim bleibt. Hauptprotagonistin Mae Holland (gut präsentiert von Victoria Kmiec) findet die mit apokalyptischen Erwartungen gespickte Zukunft irre toll und bekennt: „Ich werde transparent“. Doch bald stellt sich im Spiel mehr oder weniger Augenzwinkern ein und das Eingeständnis eben, dass das alles eben nur ein Spiel sei. Wer mag schon glauben, dass es einmal eine IT-Gesellschaft geben wird, in der totale Transparenz und Überwachung möglich werden?

In der (auf zwei Bühnen gespielten) Geschichte wird geschildert, wie Mae einen Job in einem Unternehmen bekommt, in dem sich Google, Facebook, Apple und Twitter zu einem Mix vereinen, in dem alle einer sozialen Kontrolle unterworfen werden. Ob das gelingt und sich jemand verführen lässt, bleibt offen. Auf dem Heimweg von der Mensa verstärkt sich der Trend zu einem Nein. Unterhaltsam war es allemal und mit Begeisterung gespielt vom 15-köpfigen Schülerensemble, technisch unterstützt von Malte Münchow und Momme Ritthoff.

Sport- und Schulfest gingen reibungslos über die Bühne. Es herrschte Kaiserwetter. Und es war der vorletzte Schultag – denn gestern gab’s Zeugnisse.

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