Viel Punk, wenig Besucher: Planet Emily rockte den Charlottenhof

Die Band „Planet Emily“ rockte.
Die Band „Planet Emily“ rockte.

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19. Juli 2015, 14:21 Uhr

Die Band „Planet Emily“ dynamisierte mit enorm viel Power, Bühnenshow und klasse Rockmusik die Afterwork-Party im Charlottenhof. Eine junge Truppe, 2006 als Mädchenband gestartet, im Vorjahr entdeckt von Bärbel Nissen-Schütt, die die Bands aussucht. Und die starken Frauen haben nach wie vor das Sagen beziehungsweise das Singen.

Zunächst drehten sich alle Musiker mit dem Rücken zum Publikum. Nicht ohne Grund: Denn so ließen sich tuchfreier Rücken und Tattoo besser bestaunen. Dann der plötzliche Start und Schock für das Publikum mit krachend lauter Punkmusik. Frontfrau Carolin sprang auf ihr Podest, legte heulend los wie die Feuerwehr. Kollegin Daniela verprügelte ihr Schlagzeug, Thomas ließ die Gitarre aufschreien, und Timo knallte die Basssaiten rauf und runter. Überraschend pegelte sich dank Björn Jensen am Mischpult der Soundteppich ein, sodass man sogar die Texte verstehen konnte. Und das war gut so, denn was Sängerin Carolin so textet, hat Wert. Ihre Songs, im Raketen- bzw. Rennwagentempo dargeboten, drehen sich um Liebeskummer („Wenn man immer unterwegs ist, hat man es schwer mit der großen Liebe“), die Zukunft gestalten („Schreib für das Leben dein eigenes Drehbuch!“) und Atemtherapie angesichts von Stress („Durften wir sogar im ZDF-Fernsehgarten singen.“). Die Band strahlte ungeheure Lebensfreude aus: „Wir sind lebensfreudige Musiker, die Euch mit auf die Reise nehmen. Wir freuen uns riesig, dass wir schon zum zweiten Mal hier zu Gast sind.“

Diese wilde Freude an der Darbietung übertrug sich auf die Zuschauer. Der Beifall stieg von Song zu Song. „Wir können auch anders“, gestand Carolin in der Pause und hielt Wort. Zunächst gab es ein mitreißendes Hit-Medley, bei dem jeweils nur ein paar Songzeilen zitiert wurden: von „No woman, no cry“ bis „Country roads“. Das Publikum durfte und wollte mitsingen. Danach ging es unplugged weiter. Die „Planeten“ coverten dabei ihre eigenen Songs. Eine super Show, die mehr Zuschauer verdient hätte. Zum Glück waren die älteren Stammgäste angetreten. Und die waren, wie die wenigen Jugendlichen, richtig begeistert.


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