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Viel Engagement und Ausdauer für Flora und Fauna

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Naturschutzverein Südtondern hat Umweltentwicklungen im Blick

„Das breite Spektrum des Naturschutzes lebt immer wieder vom Engagement jedes Einzelnen, am besten aber vom Engagement vieler für das Gleiche“, so formulierte der Vorsitzende des Naturschutzvereins Südtondern (NSVS), Gerd D. Oldigs, den Leitgedanken anlässlich der Jahresversammlung. Etliche Arbeiten seien schon „eine Art jährlich wiederkehrende Routine“, stellte er im Vereins-Jahresrückblick fest. „Dies mindert aber keineswegs deren Bedeutung für den Naturschutz.“

Wie Oldigs ausführte, seien die Betreuer der durch den Naturschutzverein zu pflegenden Gebiete ihren Aufgaben wieder mit sehr viel Engagement und Ausdauer nachgekommen und hätten ihre zahlreichen Beobachtungen dokumentiert und neue Ideen zur Diskussion gestellt. Der Naturfreund und -experte Peter Lorenz Hartwigsen, der jahrzehntelang das Betreuungsgebiet „Kalebüller See“ mit Leidenschaft und Sachverstand gepflegt hat, werde aus Altersgründen mit sofortiger Wirkung diesen Dienst einstellen. Ihm könne man für seine Arbeit gar nicht genug danken. In den Betreuungsgebieten „Kahlebüller See“, „Kokkedahler Niederung“ und „Klintumer Orchideenwiese“ seien die jährlichen Mäharbeiten erfolgt, das Mähgut abgefahren, Büsche zurückgeschnitten oder ausgegraben worden. Die vom Verein beschafften Krötenzäune seien von Mitgliedern täglich zwei- bis dreimal kontrolliert, die Kröten in Sicherheit gebracht worden. Neben vereinsbezogenen Themen hätten die sich weiterhin ausdehnenden Winkraftflächen („Der Umbau zur Industrielandschaft geht ungebremst weiter!“), ein Grunderwerb im Bereich Lütjenholm, Arbeitseinsätze und die Entwicklung der Flächen in Schardebüll im Blickpunkt der Naturschützer gestanden. Die Zusammenarbeit mit befreundeten Naturschutzorganisationen und der Unteren Naturschutzbehörde sei harmonisch verlaufen.

Da die bisherige Schrift- und Geschäftsführerin, Gabriele Raetsch, nach 22-jähriger Amtsübung und Michael Christiansen als stellvertretender Vorsitzender nach 20 Dienstjahren nicht wieder kandidierten, wurden beide mit Dankesworten, Blumen und Präsent verabschiedet. Zu ihren Nachfolgern wurden einstimmig gewählt: Anke Philippsen (Geschäftsführerin) und Jörn Frank (2. Vorsitzender).

Heiko Thede, Geschäftsführer des Zweckverbandes Drei Harden, hielt einen Vortrag zum Thema „Grundwasserschutz – Gefährdungen des Trinkwassers“. Darin war er auf die Geschichte des Wasserbeschaffungsverbandes „Drei Harden“, die Bohrung von bis zu 120 Meter tiefen Förderbrunnen und die stets intensiven Kontrollen der Trinkwasserqualität eingegangen. Letztere erfolgen, wie er ausführte, durch Pflanzenschutzmitteluntersuchungen und chemische Tests in Brunnen, Vorfeldmessstellen und am Ausgang des Wasserwerks sowie durch bakteriologische Untersuchungen im Wasserwerk und im Rohrnetz bis hin zu den Kunden. Mögliche Gefahren für gutes Trinkwasser seien Schadstoffeinträge aus Umwelt und Landwirtschaft, Giftstoffe im Grundwasser durch Co2-  Verpressung oder Fracking, Medikamentenrückstände im Grundwasser sowie Keime und Legionellen in der Hausinstallation.

Thedes alarmierendes Fazit: Zur Zeit ist die Qualität unseres Trinkwassers – zumindest in den Bereichen der Tiefbrunnen – zwar noch nicht gefährdet. Wenn die Schadstoffeinträge aber auch künftig unvermindert anhalten, ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Gifte auch dorthin gelangen.

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erstellt am 25.Mär.2016 | 19:03 Uhr

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