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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 21:47 Uhr

Verzaubert im Reich der Schatten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die amerikanische Gruppe „Amazing Shadows“ begeistere das Publikum in einer ausverkauften Niebüller Stadthalle

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2017 | 11:48 Uhr

Vom Fernsehschirm kannte man sie schon. Aber am Mittwoch erlebte man sie live auf einer überdimensionalen Leinwand in der ausverkauften Stadthalle: die US-amerikanischen „Amazing Shadows“, wie sich das Ensemble von Catapult Entertainment nennt, das in diesem Jahr erneut eine Tournee durch die Bundesrepublik gestartet hat.

Man sollte meinen, dass den Schattentänzern ausverkaufte Hallen sicher sind. Und das nicht nur, weil sie allem, was dem menschlichen Auge ins Blickfeld gerät, Leben verleihen – und das auch noch in professioneller Vollkommenheit. Folgerichtig wurden die Künstler, fünf Frauen und drei Männer, mit oftmaligem Szenenapplaus belohnt, wenn sie Landschaften, Maschinen, Gebäude, Tiere und dies und das lebendig werden ließen, um sich danach in Sekundenschnelle wieder in menschliche Wesen zurück zu verwandeln. Und das alles in unglaublicher Perfektion, und diese auch noch mit lustiger Übertreibung betont.


Vom wilden Westen zu den Kanälen in Venedig


In der Stadthalle waren Staunen, Spaß und amüsante Unterhaltung angesagt – und immer wieder die Erwartung, „was die denn wohl noch so drauf haben.“ Die Handlung der Schattentänzer wogte in mehreren unterschiedlichen Szenarien über die Leinwand – mal als Ausflug in den wilden Westen der USA, als Bummel durch Paris oder mit dem Gondoliere durch in den Kanälen Venedigs – oder als Erinnerung an den Fall der Berliner Mauer und durch die Welt der Fantasie, immer begleitet durch adäquate Musik, um am Ende geruhsam überzuleiten in Szenen zu Kompositionen des Venezianers Antonio Vivaldi.

Unsichtbar geführt werden die tanzenden und agierenden Schatten von ihrem Regisseur und Trainer, dem Texaner Adam Battelstein, der das Catapult Entertainment gegründet hat und seine Truppe weltweit bekannt und berühmt gemacht hat. Aufgrund der Perfektion der Darbietungen ist nur zu ahnen, welch harte Arbeit hinter den Kulissen geleistet werden muss, um im Publikum Staunen, Bewunderung und eine Vielfalt enthusiastischer Reaktionen auszulösen.


Die spielenden Schatten erzählten Geschichten


Fast ist man nach so einem Abend geneigt, den eigenen Schatten daraufhin zu testen, welche Figuren er wohl mit Händen und Fingern zu formen imstande ist. Doch im Vergleich zu den Künstlern wird man schnell resignieren und erkennen, dass die rasante Abfolge der Szenen, Schemen und Silhouetten auf diesem Niveau eine Sache von Profis ist. Kurzum: Die tanzenden, spielenden und agierenden Schatten erzählten viele Geschichten, erinnerten an bewegende Ereignisse und erregten durchweg viel Bewunderung. Sie waren 90 spannende Minuten lang etwas, das man bisweilen auch selbst erzeugt – der eigene Schatten.

Doch an diesem denkwürdigen Abend in der Stadthalle durfte man aus ihm heraustreten und sich am faszinierenden und mitreißenden Spiel der Amazing Shadows erfreuen.

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