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Chor : Versuch geglückt: Fans finanzieren Frauen-Chor

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Erfolgreiches Crowdfunding für „Vocal Weibs“. Ihr erstes Konzert ist am 28. Dezember.

Es waren einmal zwei Friesenmädchen, die die Musik über alles liebten. So könnte die Geschichte von den Geschwistern Martje und Sünje aus Risum-Lindholm beginnen, die im örtlichen Friesenverein den Latje und Frasche Loosche angehörten, im Gospelchor mitsangen und auch Gitarre spielten. Inzwischen sind aus den Deerns junge Frauen geworden: Martje Jannsen (27), Erzieherin und an einer Schule tätig, sowie Sünje Hartwigsen (30), als Diplom-Kauffrau in einem Windkraftunternehmen angestellt. Die beiden Schwestern sehen die Musik immer noch als ihr besonderes Faible an. Mehr noch: Sie vermögen es sogar, andere für ihre musikalischen Ideen zu begeistern. „Vocal Weibs“ heißt der von den beiden Schwestern frisch gegründete Chor. Den Projektstart haben Mitglieder, Freunde, Familie und Fans per Crowdfunding unterstützt.

Doch der Reihe nach: Entstanden ist die Idee Anfang des Jahres, als es die beiden Musikbegeisterten zu einem Konzert nach Lübeck zog, wo der belgische Mädchenchor „Scala“ in der MUK auftrat. Begeistert von der eindrucksvollen Performance kam ihnen auf der Heimfahrt die Idee, einen solchen Chor auch daheim ins Leben zu rufen. Gesagt, getan. Unsere Zeitung half ihnen bei der Suche nach sangesfreudiger Weiblichkeit als Alternative zu anderen Gesangsgruppen wie Gospel-, Kirchen-, Landfrauen- und anderen Chören.

Der Name „Vocal Weibs“ ist abgeleitet vom englischen Begriff „Vocal vibes“, der in(sehr) freier Übersetzung „vibrierende Stimmen“ bedeutet. Der Chor hat sich als Verein konstituiert und setzt sich ausschließlich aus Mädchen und Frauen zusammen. Einzige männliche Wesen in diesem Projekt sind Cornelius Friedel (professioneller Stimmbildner und Chorleiter) und dessen Vater (emeritierter Pastor und Klavierspieler).

Weil für die Anschaffung von Noten, Instrumenten und Kleidung sowie für sonstige Ausgaben der Vereinsbeitrag nicht ausreicht, ist der Chor auf Spenden angewiesen. Um Spendengeld einzuwerben, hat sich die VR-Bank Niebüll eG dem Chor zur Seite gestellt. Sie stellt dem Chor das „Crowdfunding“ zur Verfügung – eine Plattform, die Vereinen und gemeinnützigen Organisationen zu Geld verhilft, indem sie die Projekte prüft, sie der Öffentlichkeit vorstellt, Spenden generiert und diese mit eigenen Be(i)trägen aufwertet.

Das Crowdfunding ist in mehrere Phasen unterteilt, unter anderem mussten sich mindestens 25 „Fans“ finden, die das Projekt gut finden. In der zwölfwöchigen Spendenphase war es dann laut Sünje Hartwigsen bis kurz vor Ablauf der Frist spannend. 1000 Euro sollten zusammenkommen, am Ende gaben insgesamt 49 Spender 1035 Euro. Für Spenden ab zehn Euro legte die VR-Bank fünf Euro drauf. Der Chor zählt mittlerweile 44 Sängerinnen zwischen 14 und 65 Jahren, kann die Stimmlagen von Sopran bis Alt I und II abdecken und hat bereits etwa zehn Songs drauf, darunter Charterfolge von den 1990ern bis zur Gegenwart, Welthits und neu arrangierte Oldies.

Erste Präsentation ist ein Werkstattkonzert am 28. Dezember, 19 Uhr, in der Risumer Kirche. Die Sängerinnen brennen darauf, den Spendern zu danken, sich der Öffentlichkeit vorzustellen und außer ihren Hits auch Freude am Chorgesang zu demonstrieren.

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