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Erinnerungskultur : Versöhnungsarbeit von Kindesbeinen an

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Gudrun Jessen-Hansen hat vor zehn Jahren den Förderverein der KZ-Gedenkstätte in Ladelund mitbegründet – seit Kurzem ist sie Vorsitzende

Seit 24 Jahren ist Gudrun Jessen-Hansen Mitglied des Gedenkstättenausschusses, seit neun Jahren im Kirchenvorstand Ladelund. Im Interview spricht sie darüber, ob ihr eigner Verein in Konkurrenz zu dem „Freundeskreis der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte“ steht und die Arbeit gegen das Vergessen.

Frau Jessen-Hansen, Sie wurden kürzlich zur Vorsitzenden des Fördervereins der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte gewählt. Wie kam es dazu?
Im Februar dieses Jahres legte der bisherige Vorsitzende, Pieter Dubbeldam, seinen Posten aus beruflichen Gründen nieder. Daraufhin wurde ich, die ich vor zehn Jahren den Förderverein mitbegründet hatte, zu seiner Nachfolgerin gewählt.


Arbeitet Ihr Verein in Konkurrenz zu dem schon im Jahre 1991 durch Pastor Harald Richter ins Leben gerufenen „Freundeskreis des KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte“?
Nein, wir ergänzen einander eher, indem der Freundeskreis sich schwerpunktmäßig um die ideelle Förderung der Gedenkarbeit kümmert, während wir uns zum Ziel gesetzt haben, möglichst viele Beitrag zahlende Mitglieder anzuwerben, um Projekte oder Veranstaltungen der Gedenkstätte finanziell unterstützen zu können. In den beitragsfreien Freundeskreis kann man berufen werden, in unseren beitragspflichtigen Förderverein muss man eintreten.


Was hat Sie motiviert, sich so intensiv für die Arbeit der „Versöhnung über den Gräbern“ einzusetzen?
Durch das leidenschaftliche Engagement meiner Eltern, Martin und Elly Jessen, die bereits Gäste aus Putten zu Hause aufnahmen, als ich erst zwei Jahre alt war, wuchs ich schon von Kindesbeinen an in die Versöhnungsarbeit hinein. Dies hatte zur Folge, dass ich mich später auf dem Gebiet der kirchlichen Arbeit auf verschiedenste Weise intensiv betätigte.


Was steht ihre Familie zum Einsatz für die Gedenkstätte?
1988 heiratete ich, bin aber seit 2010 geschieden. Ich habe drei erwachsene Söhne, die zu meiner Freude auch Interesse an der Gedenkstättenarbeit zeigen. Anlässlich wechselseitiger, von mir organisierter Besuche zwischen Jugendlichen der Gemeinden Putten und Ladelund beteiligen sie sich gern und freuen sich mit mir, dass immer mehr Freundschaften unter den Jugendlichen geschlossen werden.


Wie blicken Sie aus Sicht der Gedenkstättenarbeit in die Zukunft?
Durch die Tatsache, dass inzwischen alle KZ-Überlebenden als direkte Zeitzeugen verstorben sind, wird es immer schwieriger, dafür zu sorgen, dass das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät. Ich sehe das von den Pionieren der Gedenk- und Versöhnungsarbeit begonnene und alles bis heute Erreichte als ein Vermächtnis an, für dessen Erhalt und Fortsetzung wir uns verantwortungsbewusst einsetzen müssen.


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erstellt am 15.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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