ADAC-Aktion : Verkehrs-Training für Schüler

Die Aktion konnte die Fünftklässler für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren und ihnen neue Kenntnisse vermitteln.
Die Aktion konnte die Fünftklässler für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren und ihnen neue Kenntnisse vermitteln.

ADAC-Pädagoge zeigte im praxisnahen Unterricht die Gefahren im Straßenverkehr auf.

shz.de von
29. Mai 2018, 10:21 Uhr

Niebüll | „Wie groß ist Eure Reaktionszeit?“ Der ADAC-Pädagoge wirft einer Fünftklässlerin einen Gegenstand hin. Sie scheitert beim Fangen, wie ihr männlicher Kollege. „Der Gesetzgeber hat uns eine Zeit von 1,08 Sekunden aufgegeben.“ Die Schüler staunen, sie lernen gleich noch mehr.

Der ADAC führte kürzlich das kostenlose Unterrichtsprogramm „Achtung Auto“ in der Mühlenstraße (Wendehammer Jugendherberge) durch. Sandra Toffolo, Verkehrsbeauftragte an der Gemeinschaftsschule, hatte dazu eingeladen. Die Mädchen und Jungen der fünften Klassen der Gemeinschaftsschule wurden bei „Achtung Auto!“ aktiv in die Demonstrationsfahrten und Übungen eingebunden sowie mit einprägsamen Beispielen aus der Praxis intensiv für die vielfältigen Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisiert. Teilnehmen durften alle fünften Klassen der Gemeinschaftsschule Niebüll und eine DaZ-Klasse. In der DaZ-Klasse befinden sich Schüler mit Migrationshintergrund für die Deutsch die Zweitsprache ist. Für diese Gruppe ist Verkehrserziehung von besonderer Bedeutung, da sie aus ihren Heimatländern an ganz andere Verkehrsverhältnisse gewohnt sind. Bei „Achtung Auto“ konnten den Schülern in Form eigener praktischer Erfahrung physikalische Gesetzmäßigkeiten spielerisch nahegebracht werden. Zunächst ging es um Geschwindigkeit: Die Kinder liefen auf eine bestimmte Ziellinie zu und sollten versuchen, dort so schnell wie möglich stehenzubleiben. Der erreichte „Haltepunkt“ wurde für jeden Schüler auf der Fahrbahn markiert. Die Kinder liefen danach erneut los und versuchten dieses Mal, auf ein Fahnensignal hin sofort stehenzubleiben. Lerneffekt: Sie stellten fest, dass sich der Weg, den sie zum Abstoppen benötigten, um ein gutes Stück verlängert hatte, da sie vorab nicht wussten, wo sie anhalten würden. Der Moderator vermittelte nun mit den Kindern die Begriffe Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg in folgender Formel: Anhalteweg = Reaktionsweg + Bremsweg. Die Niebüller Schüler machten aufmerksam mit. Dann wurde es spannend: Jedes Kind stellte einen Pylon an den Straßenrand, und zwar an die Stelle, an der es glaubte, dass das Auto aus der vorgegebenen Geschwindigkeit (30 km/h oder 50 km/h) zum Stillstand kommen könnte. Daraufhin fuhr der Moderator mit dem Fahrzeug an die Ziellinie heran, bekam, wie vorher die Kinder, ein Fahnensignal und leitete die Notbremsung ein. Mit Erstaunen mussten die meisten Kinder feststellen, dass sie sich verschätzt hatten und im Ernstfall nicht in Sicherheit gewesen wären. Weiter ging es mit dem Thema Smartphone: Die Kinder erlebten in dieser Sequenz, dass sie bei visueller und auditiver Ablenkung durch Benutzung eines Smartphones Gefahren erst viel später wahrnehmen als ihre nicht abgelenkten Mitschüler. Die Kinder erhielten danach die Möglichkeit, als Beifahrer die Situation einer Notbremsung zu erleben. Den Schülern wurde dabei auch die Notwendigkeit der richtigen Sicherung im Auto vor Augen geführt. Die Lernziele wurden erreicht: Erkennen, dass der Mensch einen „Anhalteweg“ zum Stehenbleiben braucht. Erfahren und einsehen, dass auch Fahrzeuge nicht sofort stehenbleiben können, sondern einen „Anhalteweg“ haben, der in erster Linie von der Geschwindigkeit und der Reaktionszeit, aber auch von der Fahrbahnbeschaffenheit bestimmt wird. Erkennen, dass das Angurten und die Sitzerhöhung im Auto für die Sicherheit unabdingbar notwendig ist.

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