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Investitionsstau : Vereinsheim mit Altersschwäche

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In der Jahnstraße überzeugten sich die Mitglieder des Sportausschusses über den schlechten Zustand des TSV-Vereinsheims

Sie sind beide in die Jahre gekommen: der TSV Rotweiß und sein Jugendheim an der Jahnstraße. Während der Verein trotzt seiner 125 Lenze dank der immer wieder nachströmenden Jugend jung geblieben ist, hat das Heim schwerwiegende Alterserscheinungen. Genau genommen ist der 1959 eingeweihte Altbau „rott“. Auch der 1998/99 zukunftweisende, für 500 000 D-Mark errichtete Anbau hat am Gesamteindruck der ersten sportlichen Adresse der Stadt kaum etwas verändert.

Da muss etwas passieren, flüstert man sich seit geraumer Zeit offen zu. Am Montag ließ sich der städtische Ausschuss für Schule, Kultur und Soziales vor seiner 7. Sitzung unter dem Vorsitz von Bernd Neumann im Jugendheim darüber informieren, wo der Schuh am meisten drückt. Durchs Haus führte TSV-Vorsitzender Hans Thiesen – zuerst durch den Altbau, danach durch den erst 15 Jahre alten Anbau.

Es fällt sofort auf, dass das Jugendheim aus einer Zeit der Schlichtbauweise stammt: Nach damaligen Maßstäben Kosten sparend, kaum isoliert, nach dem Motto: Hauptsache ein Dach überm Kopf. Die Energiekosten? Ein Liter Heizöl war für etwa zehn Pfennige zu haben. Isolierung? Darüber redete kaum jemand. Dafür heute umso mehr. „Die Beheizung des Heims kostet uns heute 12 000 Euro jährlich“, stöhnte Hans Thiesen. Ein ebenso großes Problem ist das Grundwasser, das in den Keller eindringt und andauernd abgepumpt werden muss. Auch mit den nur auf Sand verlegten Terrazzofußböden steht es nicht gerade zum Besten. Mängel über Mängel, die eine Lösung herausfordern. Für diese gäbe es zwei sich überlappende Alternativen. Entweder wird grundlegend saniert. Oder es kommt der städtische Sportentwicklungsplan zum Zuge, der in der Konsequenz den Abriss des Altbaues und die Errichtung eines Neubaues bedeuten würde (wir berichteten).

In der Stadionanlage kommt ein weiteres Problem hinzu. Weil die Nutzung der örtlichen Sporthallen durch den Verein nach Einführung der OGS stark eingeschränkt wurde, sucht der TSV nach dieser Lösung: die Verlegung eines Kunstrasens. Möglich wäre nur die Durchführung des Spielbetriebs bei jedem Wetter. Man würde auch verhindern, dass Jugendliche abwandern. Doch das Ganze ist eine Geldfrage. Der Kunstrasen kostet etwa 750 000 Euro, ein neues Jugendheim etwa das Dreifache.

Hinter diesen Punkten verblasste die übrige Tagesordnung der Ausschusssitzung. Der Antrag des Evangelischen Kinder- und Jugendbüros auf Bezuschussung einer Leinwand wurde abgelehnt. Der Sportplatz der Alwin-Lensch-Schule wird für Kosten von 130 000 Euro neugestaltet – und in ein Kleinfeld, einen Beachvolleyballplatz, einen 30 Meter langen Weitsprunganlauf und eine 50-Meter-Bahn (beide mit Kunststoffbelag) aufgeteilt. Die Schulsozialarbeit an der Alwin-Lensch- und der Regionalschule kostet jährlich zusammen 75 000 Euro, von denen die Stadt 35 000 Euro trägt. Land und Bund schießen 39 800 Euro zu. An der Alwin-Lensch-Schule sind zurzeit zwei Schulbegleiter im Einsatz: eine Pädagogin und eine Erzieherin, die sich um verhaltensauffällige Kinder kümmern.

 


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erstellt am 30.Mai.2014 | 05:15 Uhr

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