Neujahrsempfang in Niebüll : Verdienstmedaille für Uwe Mussack

Uwe Mussak wurde mit der Verdienstmedaille der Stadt Niebüll geehrt.
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Uwe Mussak wurde mit der Verdienstmedaille der Stadt Niebüll geehrt.

Die Niebüller kamen in Scharen zum Neujahrsempfang ihrer Stadt. Der Preisträger hat über Jahrzehnte die Feuerwehr geprägt.

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15. Januar 2018, 06:00 Uhr

Niebüll | Riesenandrang beim Neujahrsempfang der Stadt Niebüll in der Mensa des Schulzentrums: Erstmals war auch die Empore besetzt, die Plätze reichten kaum aus. Bürgervorsteher Uwe Christiansen und Bürgermeister Wilfried Bockholt kamen aus dem Händeschütteln nicht heraus; die Stimmung war prächtig. Das lag zum einen am Sonnenschein, aber auch an der Musik der Niebüller Band „Morinos“. „Bekannt aus dem Trichter“ rief Uwe Christiansen unter dem Jubel der Zuschauer. Als Eisbrecher dienten auch die zahlreich angetretenen Feuerwehrkameraden, die direkt vom Feuerwehrball zum Festakt gekommen waren. „Morgens um sieben haben wir noch bei mir in der Küche getanzt“, sagte Wehrführer Uwe Mussack, der erstaunlich frisch beim Höhepunkt der Veranstaltung die Verdienstmedaille der Stadt erhielt.

Ein knackiges Grußwort gab es von Landrat Dieter Harrsen: „Der Ausbau des Niebüller Krankenhauses läuft, der Zusammenschluss der Ämter war ein Erfolgsmodell.“ Er bat die Anwesenden, am 6. Mai zur Wahl zu gehen: „Kommunale Selbstverwaltung ist etwas Besonderes, hier wirken die Bürger aktiv mit!“ Danach hatte Bürgermeister Wilfried Bockholt das Wort. „Uns geht es gut“ war sein Motto, verknüpft mit einem deutlichen Dank an die Bürger, die mit ihren Steuergeldern für einen ausgeglichenen Haushalt sorgten.

Dann zitierte der Bürgermeister einen „taz“-Text von Michael Dietz, der sich wie eine „Anleitung zum Glücklichsein“ anhörte. Mit konkreten Tipps: Anderen Menschen mal ein Ohr schenken, die Gattin spontan umarmen, über sich selbst lachen, einen Tag ohne Bildschirm verbringen, den Bundestagsabgeordneten kontaktieren, das Grundgesetz lesen, viel Spazieren gehen. Wilfried Bockholt reflektierte noch einmal Merkels „Wir schaffen das!“ als sinnvolle Aufforderung, die Komfortzone zu verlassen und verwies auf die Basis unserer demokratischen Grundordnung.

Uwe Christiansen hielt die Laudatio auf Uwe Mussack. Der Unternehmer habe sich über viele Jahre mit Sachverstand und großem persönlichem Einsatz für die Belange seiner Stadt engagiert. „Als erfolgreicher Unternehmer ist er seit 30 Jahren seiner Verantwortung gerecht geworden – zum Vorteil der Firma, zum Wohle der Mitarbeiter, zum Nutzen auch der Stadt Niebüll.“ Seit über 40 Jahren sei er Mitglied der Feuerwehr. „Schon früh übernahm er Verantwortung, war Jugendfeuerwehrwart, Wehrführer und Gemeindewehrführer; setzte sich für Weiterbildung, Ausbildung und neue Fahrzeuge ein. Als Wehrführer gelang es ihm, die Feuerwehr über Jahrzehnte zu prägen.“ Beim Neubau der Wache sei der geehrte Bauleiter, Organisator, Triebfeder und Ideengenerator gewesen. Zudem brachte Uwe Mussack sein Wissen auch auf überörtlicher Ebene ein, war im Kreisfeuerwehrverband Nordfriesland maßgeblich beteiligt.

Uwe Mussack bedankte sich auf sehr persönliche Weise. „Ich glaube, ich wäre ohne die Feuerwehr nicht Unternehmer geworden“, sagte er. Das Ehrenamt bringe jedem viel. Er habe zum Beispiel gelernt, schnell und umsichtig zu handeln. Durch das freiwillige Tun bekomme man viel zurück. „Mich hat diese Tätigkeit geformt zu der Person, die ich heute bin.“ Letztlich sei er nur „ein kleines Rad“. Die Verdienstmedaille widmete er daher seiner Familie, ihn immer unterstützt habe – aber auch seinen Mitarbeitern, die ihm bei Einsätzen den Rücken frei gehalten hätten. „Ein anderer Teil der Medaille gehört natürlich meinen Mitstreitern – meinen Kameraden.“ Mussack erwähnte jene, mit denen er Rockpartys veranstaltet (der erstaunlich hohe Erlös geht regelmäßig an Kinderorganisationen) oder den HGV Niebüll. „Gute und verlässliche Freunde habe ich so gefunden.“ Seine Rede wurde lange beklatscht.

Doch aus dem Häuschen kamen die festlich gekleideten Gäste, als die „Morinos“ noch einmal loslegten, wie damals im Trichter oder bei Bossen, wo sie Hauskapelle waren. Mit einem rasanten russischen Potpourri und weiteren Zugaben klang der dynamische Empfang aus. „Toll“, kommentierte Ehrenbürger Friedrich Paulsen, der gerade 90. Geburtstag gefeiert hat.

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