Verdienstkreuz für Salem Hattab

Ministerpräsident Daniel Günther überreichte die Auszeichnung an Salem Hattab (links).
Ministerpräsident Daniel Günther überreichte die Auszeichnung an Salem Hattab (links).

Der Wahl-Niebüller engagiert sich seit Jahrzehnten für soziale Projekte in Nordfriesland – Kinder liegen ihm besonders am Herzen

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08. Februar 2018, 11:41 Uhr

Er hat schon einiges erlebt in seinem bewegten Leben, große Staatsmänner getroffen, ein mittelständisches Unternehmen kurz hinter der dänischen Grenze zu einem Weltkonzern aufgebaut. Sein Arbeitsplatz war die Welt. Doch Zuhause fühlt sich Salem Hattab schon seit Jahrzehnten in Südtondern. „Ich fühle mich als Nordfriese“, sagt der Mittsiebziger mit irakischen Wurzeln, der in dieser Region schon lange für sein soziales Engagement und sein großes Herz vor allem für Kinder bekannt ist und hoch geschätzt wird. Dieses Engagement hat sich nun auch bis nach Berlin herumgesprochen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Salem Hattab das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Überreicht wurde die hohe Auszeichnung von Ministerpräsident Daniel Günther.

Trotz der vielen besonderen Momente mit hochrangigen Politikern und Staatschefs, die Salem Hattab weltweit erlebt hat, prägt freudige Aufregung schon die Fahrt mit Ehefrau Ute von Niebüll, wo Salem Hattab seit langem wohnt, nach Kiel. Sohn Jens (45) ist für diesen Anlass extra aus seiner Wahlheimat Dubai angereist. Wie auch Tochter Anja (40) ist er im nördlichen Nordfriesland aufgewachsen, das bis heute der Familienmittelpunkt für die beiden Kinder und mittlerweile vier Enkel ist. Die offizielle Begründung für die Verleihung des Verdienstkreuzes lautet: Salem Hattab organisiert seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten Geld- und Sachspenden für soziale Projekte. In seiner über 30-jährigen Amtszeit im Rotary Club Niebüll engagierte er sich in mehreren Ämtern und war von 2012 bis 2013 Präsident. Durch seine Netzwerkarbeit mit internationalen Verbindungen unterstützte er zahlreiche Wohltätigkeitsaktionen. Dabei liegt ihm besonders das Wohl der Kinder am Herzen. Salem Hattab engagiert sich auch in Nordfriesland für die Unterstützung bedürftiger Familien im Rahmen der Aktion „Niebüller helfen Niebüllern“, die Förderung der frühkindlichen Entwicklung, die Unterstützung eines Mutter-Kind-Projekts sowie mit Schuhspendeaktionen. In Hamburg unterstützt er die regionale Tafelarbeit und das Kinderhospiz Sternenbrücke.

„Es war sehr feierlich und ist einer große Ehre. Doch für mich ist es selbstverständlich, sich für Menschen in Not zu interessieren, sich sozial zu engagieren, etwas zurück zu geben von dem großen Glück, das ich beruflich und durch meine Familie erleben durfte und darf“, sagt der Niebüller. Dazu zählen unter anderem Tausende von Schuhen, die Salem Hattab mit seinen rotarischen Freunden aus Niebüll unter anderem an Kindergärten oder die Tschernobyl-Kinder gespendet hat, die im Sommer in der Region Niebüll zu Gast sind. Und auch die Hilfsaktion für die junge krebskranke Ukrainerin Inna Magura sowie die Unterstützung vieler weiterer schwer kranker Menschen, über die Salem Hattab von sich aus niemals spricht.

Doch ihn berührt nicht nur die Hilfsbedürftigkeit vor der eigenen Haustür. In Thailand lässt der Kaufmann an mehr als 2000 Kinder Reis und weitere Lebensmittel verteilen, in anderen Ländern lässt er unzählige Decken an Menschen verteilen, die auf der Straße leben müssen. Auch darüber spricht er nicht gerne, er handelt lieber, stößt Projekte an, „und dann ziehe ich mich wieder zurück“.

Wie ist der nun hoch ausgezeichnete Geschäftsmann eigentlich zum Niebüller geworden? Ende der 70er Jahre kommen zwei Dinge zusammen: Salem Hattabs deutsche Frau Ute erwartet das zweite Kind und sein berufliches Engagement im Iran geht zu Ende. Salem Hattab nimmt das Angebot des Schuh-Herstellers Ecco im dänischen Bredebro, kurz hinter der deutschen Grenze an. Da die Kinder auf deutscher Seite, zunächst in Süderlügum, zur Schule gehen sollen, zieht die Familie fürs Erste ins kleine Braderup, später dann nach Niebüll.

Auch im Ruhestand, der im Jahr 2009 begann, zieht Salem Hattab weiter weltweit Fäden, stiftet Kontakt und bringt Entscheider zusammen, um die Wirtschaft in seiner Heimatregion zu stärken. „Ich möchte für deutsche Hersteller Türen öffnen – in China, Indien, der Golfregion oder auch in Singapur“, sagt er. Auch das Störzucht-Projekt auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Leck mit und für Unternehmer aus Dubai hat er angebahnt.

Was bedeutet für einen mann mit einem so faszinierenden Leben Reichtum? „Die größten Schätze sind die Familie, gute Freunde, Gesundheit und die Liebe zur Heimat, für mich zu Nordfriesland“, sagt Salem Hattab.

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