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Weihnachtsgeschäft : Väterchen Frost fehlt dem Einzelhandel

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Zu warme Temperaturen locken noch zu wenig Käufer in die Läden. Der lokale Einzelhandel hofft auf Besserung in den letzten zwei Adventswochen.

Der zweite Advent steht vor der Tür, doch die Weihnachtsstimmung lässt noch auf sich warten: Das Winterwetter fehlt! Väterchen Frost macht sich rar, was sich auch auf das Weihnachtsgeschäft niederschlägt. Dabei sind die zwei Monate November und Dezember üblicherweise die wichtigsten für den Einzelhandel.

Auf baldige Kälte hofft deshalb Niebülls HGV-Geschäftsführer Holger Jessen – mit gutem Grund: Je kühler die Außentemperaturen sind, desto leichter verkauft sich in den örtlichen Geschäften die Winterkleidung. Ob warme Stiefel, Jacken oder Wollunterwäsche, die Südtonderaner kommen bei kühler Wetterlage in die Stadt, um sich mit angemessenen Textilien auszustatten. Und wer schon einmal ins Zentrum gefahren ist, nutzt meist die Gelegenheit, um auch noch weitere Artikel wie Spielsachen, Elektrowaren oder Bücher einzukaufen. So trägt das Wetter zum Weihnachtsgeschäft bei. Umso bedauerlicher, dass es bislang mit Temperaturen bis 9 Grad Celsius zu mild ist. „Das bisherige Weihnachtsgeschäft entspricht noch nicht unseren Erwartungen“, bilanziert Jessen, der aber mit einer Besserung in den nächsten Tagen rechnet, da der Heiligabend immer näher rückt. „Die Kaufkraft steigt erfahrungsgemäß nach und nach ab dem 1. Dezember an“, sagt Jessen.

Auch Renate Hartwig vom Kaufhaus Knudtsen und Organisationswartin des HGV Niebüll ist optimistisch. „Wir hoffen noch auf ein gutes Geschäft.“ Dazu könne auch das in Niebüll laufende Kaufe-vor-Ort-Projekt beitragen, das ein Zeichen gegen die weiter zunehmende Internet-Konkurrenz setzt. „Es zeichnet sich ab, dass es die Kunden auch zur Weihnachtszeit wieder in die Stadt holt. Ich habe zumindest positive Rückmeldungen erhalten.“ Die Punschbuden auf dem Weihnachtsmarkt, die vielen geschmückten Tannenbäume in der Innenstadt und Lichterketten über den Verkehrswegen, all das könne Wirkung zeigen und für Weihnachtsstimmung sorgen. „Dieses Ambiente kann der Herr Internet nicht bieten. Auch nicht persönliche Beratung und den Service, den wir vor Ort im Einzelhandel haben, haben sie nicht. Das scheinen die Besucher der Stadt und ihrer Läden zu erkennen“, schildert Hartwig.

Gleiches Konzept in Leck: Dort soll das Weihnachtsdorf an der Hauptstraße die Bürger aus ihren Häusern heraus und in den Ort locken – weg vom Einkauf per Internet auf dem heimischen Sofa. Eine Strategie, die aufzugehen scheint. „Das Weihnachtsdorf läuft gut an. Wir bekommen dafür sehr viel Zuspruch“, sagt Sven Lück, Vorsitzender des HGV Leck. Dennoch könnte auch in der Gemeinde das Weihnachtsgeschäft ausgeprägter sein. „Wir erwarten noch ordentliche Impulse in den kommenden Wochen. Gerade in den letzten 14 Tagen vor Weihnachten schlagen die Geschenke-Suchenden in der Regel noch einmal richtig zu“, ist Lück trotzdem zuversichtlich.

Den Grund dafür, dass das Weihnachtsgeschäft noch nicht überall in vollem Gange ist, sieht Peter Erichsen, Inhaber des Elektrofachgeschäft Euronics in Leck und HGV-Kassenwart, im sehr frühen Start der Verkaufsphase. „In diesem Jahr hatten wir den frühsten ersten Advent. Weihnachten fällt auf einen Sonnabend.“ Damit ist der vierte Advent der 18. Dezember und das Kern-Weihnachtsgeschäft geht über einen relativ langen Zeitraum. Auch er sieht das Internet als harte Konkurrenz für viele Branchen. Peter Erichsen: „Die potenziellen Kunden registrieren leider noch zu wenig, welchen Mehrwert sie ziehen könnten, wenn sie vor Ort kaufen würden.“

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erstellt am 03.Dez.2016 | 08:00 Uhr

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