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Nordfriesland Tageblatt

15. Dezember 2017 | 21:07 Uhr

Ruhestand : Urgestein verabschiedet sich

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Niebüller Urgestein der Polizei verabschiedet sich. Kriminalhauptkommissar Bernd Schlee geht.

von
erstellt am 10.Aug.2014 | 14:16 Uhr

Bei seinem ersten Einsatz als junger Schutzpolizist in Flensburg musste er all seine Kraft gegen einen alkoholisierten Straftäter aufbieten. Bei der Kripo in Heide waren es zuerst Ermittlungen in einem mysteriösen Todesfall auf einem Schiff in Brunsbüttel. Seine schönsten Erfolge waren die Festnahme eines Vergewaltigers und die Aufklärung der Ursache eines Großfeuers im mittleren Nordfriesland.

Am Wochenende war für Kriminalhauptkommissar Bernd Schlee (60) die 43-jährige Dienstzeit bei der Landespolizei Schleswig-Holstein beendet. Kriminaloberrat Michael Raasch (Husum), Vorgesetzter und Freund aus „alten Tagen“, händigte ihm im Beisein von Wegbegleitern, Kollegen und Freunden die Versetzungsurkunde in den Ruhestand aus.

„43 Jahre im Polizeidienst – da erlebt man eine Menge“, sagte der scheidende Beamte. Doch wenn man zurückdenke, sei es nicht nur der Dienst in der Vielfalt der Erinnerungen. „Es sind vor allem auch die Freund- und Bekanntschaften, die sich im Verlauf der Zeit ergaben.“ Schlee zählte Heie, Hans und Sigi auf, nannte Friedhelm, und Oberwachtmeister Schwab und wusste noch recht gut, wie die ersten Streifen verliefen. Aus der Niebüller „Crew“ erinnerte er sich an Frerk, Teddy, Bruno und Lothar. „Der eine oder andere ist nicht mehr unter uns“, blickte er in die Runde, die sich wie ein Freundeskreis – besser noch wie eine Familie – ausnahm. Bernd Schlee nannte sie alle beim Vornamen. Ein Indiz für Vertrautheit? Klar.

Es sei eine gute Zeit gewesen, damals die Zeit als Schutzmann. Dieser folgte die Zeit als Kriminalbeamter, die mit der Ausbildung in Kiel begann und nach mehreren Stationen ihre längere Endphase in Niebüll hatte, „wo auch Frauen wie Bente, Maike und Birgit hinzu kamen.“ Es sei ein stetes Kommen und Gehen gewesen. „Doch wo auch immer ich war, ich hatte immer Verbindungen zu den Kollegen.“ Das aber galt auch für sein privates Umfeld – mit dem Nachbarn Harald Nissen und vor allem Ehefrau Birgit, „meinem ausgleichenden Element“, sowie für den Dackel namens „Schröder“, der oft genug Gesprächsstoff lieferte.

Oberrat Raasch fand herzliche Worte des Abschieds für seinen Kollegen, der, wie er sagte, zu jedem Thema seine Meinung hatte. „Er hat seinen Beruf gelebt“, sagte er, „und war ein immer aufrichtiger, gradliniger und verlässlicher Kollege.“ Und das sei er auch als „Schutzmann der alten Schule“ gewesen.

„Geht klar“, sei immer wieder von ihm zu hören gewesen, wenn ihm eine Aufgabe übertragen wurde. Und wenn strittig diskutiert wurde und die Argumente ausgetauscht waren, sei alles wieder im Lot gewesen. Raasch: „Danke für all die Jahre!“

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