Gemeindevertretung : Uphusum verlässt Finanz-Tal

Im Gemeindehaus wurde auf der jüngsten Sitzung unter anderem der Haushalt diskutiert.
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Im Gemeindehaus wurde auf der jüngsten Sitzung unter anderem der Haushalt diskutiert.

Die Zeiten als Bedarfsgemeinde sind für 2018 überwunden. Kritik am Kreis für Landschaftsschutzgebiets-Ausweisung.

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20. Dezember 2017, 05:30 Uhr

Uphusum | Die Gemeinde Uphusum kann für das nächste Jahr nicht nur einen ausgeglichenen Haushalt planen, sondern rechnet sogar noch im Ergebnisplan bei Erträgen von 564 900 Euro und Aufwendungen von 541 300 Euro mit einem Überschuss von 23 600 Euro. Dieses berichtete der Finanzausschussvorsitzende Michael Roloff während der jüngsten Gemeindevertretersitzung.

Hauptgrund hierfür sind die auf 187 000 Euro gestiegenen Schlüsselzuweisungen, die den Gewerbesteuerrückgang auf 115 000 Euro berücksichtigen. Auch steigende Einkommen- und Umsatzsteueranteile auf zusammen 142 000 Euro sowie sinkende Schul- und Kindertagesstättenkosten tragen ihren Teil dazu bei. Jedoch steigen die an den Kreis und das Amt zu zahlenden Umlagen ebenfalls auf 197 000 Euro an. An Investitionen sind 2018 rund 24 300 Euro geplant, davon alleine 18 500 Euro für den Einbau einer Akustikdecke und Umstellung auf LED-Beleuchtung im Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus. Hierzu erfolgt noch eine Beratung für energiesparende Maßnahmen mit einer eventuellen Bezuschussung, so Bürgermeister Helmut Stender.

Die 370 Einwohner zählende Gemeinde ist nach wie vor schuldenfrei und ist mit dem Haushaltsjahr 2018 nicht mehr auf Fehlbetragszuweisungen angewiesen. Die Hebesätze bleiben mit 370 Prozent für die Grundsteuer A, 390 Prozent für die Grundsteuer B sowie 380 Prozent für die Gewerbesteuer unverändert.

„So langsam kommen wir wieder aus dem tiefen Tal heraus“, sagte Bürgermeister Stender. Musste man doch in den letzten Jahren jeweils Fehlbetragszuweisung vom Land in Anspruch nehmen, wie auch beim Jahresabschluss für 2016, der ebenfalls auf der Sitzung einstimmig gebilligt wurde. Hier gab es noch, auch durch einen Einbruch bei den Gewerbesteuer-Einnahmen, einen Jahresfehlbetrag von gut 243 000 Euro.

Hierzu übte Bürgermeister Stender auch aktuell deutliche Kritik an den Landrat und Kreis Nordfriesland wegen der vorgesehenen Ausweisung großer Teile seiner Gemeinde als Landschaftsschutzgebiet. Hier dürfen keine Windkraftanlagen aufgestellt werden. „Aber wir erhalten dafür keinen finanziellen Ausgleich. Deshalb gibt es bald nur noch arme und reiche Gemeinden“, kritisierte Stender.

Nichts Gravierendes zu beanstanden gab es zu beanstanden bei einer Prüfung des kommunalen Prüfungsamtes Nord für die Haushaltsjahre 2015 und 2016 bei der Gemeinde Uphusum. „Ein richtig guter Prüfbericht“ bestätigte Timm Kamke vom Amt Südtondern.

Ein Lohnunternehmer in der Gemeinde plant auf seinem Betriebsgelände zwei Hallen miteinander zu verbinden und somit um rund 500 Quadratmeter zu erweitern. Dafür ist eine Änderung des B-Planes Nr. 3 erforderlich, der Entwurfs- und Auslegungsbeschluss erging einstimmig.

Für das Dorfgemeinschaftshaus wurde ab 1. Januar 2018 eine neue Benutzungs- und Entgeltordnung beschlossen. So zahlen Ortsansässige der Gemeinden Uphusum, Holm und Bosbüll künftig 150 Euro pro Veranstaltung und deren Angehörige zweiten Grades, die auswärts wohnen, jeweils 300 Euro. Eine Vermietungs-Freigabe für Jedermann wurde ebenso ausgeschlossen wie die private Nutzung des Feuerwehr-Kameradschaftsraumes.

Der Übernahme der Trägerschaft für den Friedhof in Braderup, an dem Uphusum beteiligt ist, durch das Nordfriesische Friedhofswerk stimmte die Vertretung zu. Durch einen effektiveren Einsatz von gemeinsamen Personal und Maschinen wird mit einer Ersparnis von rund 20 Prozent gerechnet, so Stender.

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