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Nordfriesland Tageblatt

17. Dezember 2017 | 19:19 Uhr

Großbaustelle : Unterricht im Containerdorf

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Für vier Millionen Euro wird die Grundschule in der Eesacker Straße derzeit saniert. Die Bauarbeiten gehen auch in den Herbstferien weiter.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2013 | 07:30 Uhr

Die Grundschule an der Linde gleicht einer Großbaustelle. Außer dem Verwaltungstrakt und der Sporthalle ist nichts mehr intakt. Jetzt, in den Herbstferien, sind keine Kinderstimmen auf dem Gelände zu hören. Doch sobald die Schulzeit wieder beginnt, geht auch der reguläre Unterricht weiter – während der dringenden Sanierungsmaßnahme des alten Gebäudes: Die 220 Schüler sind in ein „Container-Dorf“ umgezogen. „Wir freuen uns riesig auf unsere neue Schule“, nimmt Rektor Jan Lietzau die schwierigen Rahmenbedingungen gelassen und schickt seinen Dank schon jetzt an Politik, Verwaltung und Bauhof für Verständnis, Unterstützung, unkomplizierte und konstruktive Zusammenarbeit.

Es führte kein Weg daran vorbei: Die Grundschule in der Eesacker Straße muss für rund vier Millionen Euro grundsaniert werden. Seit dem neuen Schuljahr, also seit gut zwei Monaten, haben Fachfirmen das Zepter in die Hand genommen. Für alle Schüler sind die Räume gesperrt. 14 Container wurden auf dem Sportplatz aufgestellt und dienen als Klassenräume. In einem Container sind Bücherei, Hausaufgabenhilfe und das Förderzentrum untergebracht, ein weiterer beherbergt die Schülerbetreuung, die Insel sowie die Frühstückstafel. Schulmaterial beispielsweise für den Heimat-Welt- und Sachunterricht lagert in einem weiteren Container. Ausgelagert sind allerdings die Musikinstrumente. Das Rathaus bietet dafür wie auch für den Musikunterricht die Möglichkeit.

Es wird also weiterhin alles seinen gewohnten Gang gehen. Fast, denn der Pausenhof ist sehr überschaubar geworden, seit die Container für den Waldorfkindergarten während der Umbauphase ihren Platz darauf benötigen. „Die Kinder kommen damit gut zurecht. Es ist zwar etwas beengt, aber das hat auch positive Seiten. Beispielsweise sind Spiele, die wenig Platz erfordern, wieder in Mode gekommen“, hat Jan Lietzau beobachtet. Positiv wertet er ebenfalls, dass die Schüler keinen Baulärm dulden müssen: „Der Geräuschpegel ist im Allgemeinen deutlich geringer als im Gebäude.“ Nachteile gebe es allerdings bei Regenwetter, wenn die Schüler nicht heraus können. „Die Kinder brauchen Bewegung, die sie vorher in den großen Fluren hatten. Deshalb denken wir darüber nach, die Turnhalle während der Pausen zu öffnen“, sagt der Rektor.

„Es ist schon zu erkennen, wie schön es werden wird“, begeistert sich Jan Lietzau bei einem Rundgang über die Baustelle. Überall wuselt es vor Handwerkern. Hier werden noch wenige Wände gedämmt, dort wird gefliest, einige neue Fenster sind eingebaut. „Wir liegen gut im Zeitplan“, erklärt Leif-Feling Peters vom Bauamt Südtondern. Das halbe Dach ist erneuert, die andere Hälfte wird jetzt in Angriff genommen, ebenfalls wird mit dem Anbau in Richtung Schulhof begonnen. Nach den Herbstferien, verspricht Peters, können bereits die neuen sanitären Anlagen und Umkleideräume bei der Turnhalle genutzt werden. Dann haben die WC-Container ausgedient.

Ein wenig länger dauert es, bis das Sekretariat und die Schulleiterzimmer das erste Stock räumen können und im Erdgeschoss ihren Platz finden werden. „Das wird hoffentlich noch in diesem Kalenderjahr Wirklichkeit“, können Jan Lietzau und sein 18-köpfiges Kollegium es kaum erwarten. Für die Lehrer gilt es, sich in dieser Zeit häufiger zu arrangieren und sich gegenseitig zu helfen. „Wir rücken zusammen. Gemeinsam schaffen wir das“, zeigt sich der Rektor zuversichtlich in aller Vorfreude auf das, was alle ab dem nächsten Schuljahr erwartet: „Wir werden eine der modernsten Schulen bekommen.“

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