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Serie: Südtonderns Gemeinden : „Unser Motto lautet: Klein, aber oho“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In einer Interviewserie stellen wir alle 30 Gemeinden Südtonderns vor: Heute mit dem Braderuper Bürgermeister Holger Lassen

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 06:00 Uhr

In einer Interviewserie mit den 30 Bürgermeistern des Amtes Südtondern sollen die Gemeinden vorgestellt werden, ihre Besonderheiten hervorgehoben und erklärt werden, was dringend auf den Weg gebracht werden muss. Heute erzählt uns Holger Lassen, der seit 2008 Bürgermeister der Gemeinde Braderup ist, was die kleine, rund 660 Einwohner zählende Gemeinde zu einem attraktiven Wohnort macht.

Herr Lassen, was macht Ihre Gemeinde besonders? Warum sollte man nach Braderup ziehen?

Für Braderup gilt das Motto „Klein, aber oho!“ Wir leben hier in schöner Umgebung und in einer wirklich schönen Gemeinschaft mit einem guten Miteinander. Der Gemeinde wächst, auch junge Leute wollen hier leben. Deswegen sind wir froh, bald Grundstücke in einem weiteren Neubaugebiet anbieten zu können. Wirtschaftlich geht es der Gemeinde bestens, schon durch die Steuereinnahmen der Windparks. Viel in Sachen Infrastruktur kann eine so kleine Gemeinde natürlich nicht bieten, wir hatten nie einen Krug. Aber es ist nur ein kurzer Weg bis nach Süderlügum und dort gibt es alle Angebote, die man zum Leben braucht. Im Ort gibt es einen kleinen Shop an der Tankstelle, einen Blumenladen und ein Elektrofachgeschäft.

Wie sieht es mit Verbesserungsvorschlägen aus? Was muss unbedingt verändert oder auf den Weg gebracht werden?

Wenn die Einnahmen weiter so fließen, müssen wir keine anderen Wege gehen. Dann können wir aus eigener Kraft weiter in die Zukunft des Ortes investieren. Wie zum Beispiel in die gute Qualität der Straßen, der Straßenbeleuchtung, die wir auf moderne LED-Technik umgestellt haben. Und natürlich in unser neues Gemeindehaus, das auch das neue Zuhause unserer Freiwilligen Feuerwehr werden wird, die den Amtswehrführer stellt. Seit kurzem wird an dem zwei Millionen Euro teuren Projekt gebaut, das zum neuen Treffpunkt des Ortes werden sollen. Wir hoffen auf eine Einweihungsfeier im kommenden Sommer.

Sie sagen, Braderup sei auch bei jüngeren Menschen beliebt. Wie ist die Altersstruktur und gibt es genügend Angebote und Möglichkeiten für die jeweiligen Altersgruppen?

Wir haben eine ausgewogene Altersstruktur. Wieder mit Blick auf die kleine Größe ist die Zahl der Angebote überschaubar, gerade für einen so kleinen Ort aber doch beachtlich. Das Gemeinschaftsgefühl wird unter anderem bei der Freiwilligen Feuerwehr gestärkt, für die sich auch viele Jugendliche engagieren. Für junge Leute gibt es zudem die Pfadfinder und einige sind auch bei den Ringreitern aktiv. Um sich auszutoben, gibt es einen Bolzplatz, dazu eine breite Palette an Sportangeboten beim SV Süderlügum. Zu den Veranstaltungshöhepunkten zählt das Kinderfest, für dessen Organisation es einen eigenen Ausschuss gibt. Dazu haben wir noch den HGV, einen Verschönerungsverein, einen Skat-Club und einen Seniorenkreis, der sich alle vier Wochen trifft. Um nicht nur zu sagen, dass Braderup ein familienfreundliches Dorf ist, gibt es bei uns den Familienzuschuss. Jede Familie kann pro Kind – im Alter von 0 bis 16 Jahren – und pro Jahr einen Antrag auf einen Zuschuss von 100 Euro stellen – und bekommt diesen dann natürlich auch, zum Beispiel für Sport- oder Musikunterricht oder etwas anderes, das die Lebensqualität von Kindern in unserem Ort weiter erhöht.

Seit 2008 sind Sie jetzt Bürgermeister. Gibt es einen Moment oder eine Situation, an die Sie denken: Darum bin ich Bürgermeister geworden?

Ich bin in Braderup geboren. Schon mein Vater war hier Bürgermeister. Dennoch habe mich erst spät, zum Ende meines beruflichen Lebens, für dieses Ehrenamt interessiert und es schließlich übernommen. Weil ich – wie schon mein Vater – etwas Positives für den Ort bewirken wollte. Bei allem zeitlichen Einsatz,ist es eine Freude zu sehen, wie im Ort alles in Ordnung gehalten wird, wie wohl sich viele Erwachsene und Kinder hier fühlen. Und auch in unseren Gemeindevertreter-Sitzungen erlebe ich positive Momente. Es gibt hier keine persönlichen Reibereien oder Partei-Interessen. Hier ziehen alle am selben Strang – zum Wohl der Gemeinde, so macht Kommunalpolitik Spaß.

Das hört sich alles sehr positiv an, nun aber mal in die andere Richtung gedacht: Was nervt Sie an der Kommunalpolitik am meisten?

Dass es in vielen Vertretungen gerade nicht so wie bei uns ist, dass häufig die Sache, das Gemeinwohl nicht allein im Vordergrund steht, das oft nicht der gerade, direkte Weg gegangen wird, auch wenn dafür oft Hindernisse aus dem Weg geräumt werden müssen. Dadurch werden viele Entwicklungen unnötig verzögert. Ich komme aus der freien Wirtschaft und bin es mein Leben lang gewohnt, fokussiert und ergebnisorientiert zu arbeiten, dies sollten möglichst auch alle in der Kommunalpolitik Tätigen tun, eben zum Allgemeinwohl.

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