zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

19. November 2017 | 21:11 Uhr

„Unglaublich spannendes Material“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bei seiner Jahreshauptversammlung blickt der Niebüller Geschichtsverein auf das vergangene Jahr und das, was 2017 kommt

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2017 | 11:56 Uhr

Die gut besuchte Jahreshauptversammlung des Niebüller Geschichtsvereins bewies in konzentrierter Form das große Interesse der Bevölkerung an historischen Ereignissen und Begebenheiten der früheren Kreisstadt. „Immer wieder erhalten wir besonderes Material aus den Familien“ sagte die Vorsitzende Beate Jandt, „Und dafür sind wir dankbar.“ Ein Dank ging auch an den anwesenden stellvertretenden Bürgermeister, Thomas Uerschels, für Unterstützung durch die Stadt. „Ganz nebenbei“ tut der Verein eine Menge für das Gedächtnis der Stadt. Die vom Geschichtsverein herausgegebenen Bücher zur Ausstellung „Niebüll im Nationalsozialismus“ unter dem Titel „Dem Ende entgegen. Niebüll in Krieg und Frieden, Briefe an ihren Mann 1945“ von Dr. Charlotte Heidrich, bearbeitet beziehungsweise editiert von Albert Panten sowie „Lebensbilder“, von Beate und Wolfgang Jandt gesammelte Aufzeichnungen Niebüller Bürger, hatten Auflagen von 400 Stück und sind so gut wie ausverkauft.

Wolfgang Raloffs Buch über die NS-Zeit in Niebüll, dokumentiert anhand von Zeitungsartikeln, fand mit 900 Exemplaren noch eine weitere Verbreitung. Zahlreiche Exemplare hatte der Geschichtsverein an Niebüller Schulen gespendet.

Auch die Niebüller Geschichtsblätter, die 2016 zum ersten Mal erschienen waren, erzielten große Wirkung. Das Jahresbüchlein sammelt Historisches und Bemerkenswertes aus dem Stadtleben, oft auch persönliche Aufzeichnungen, präsentiert alte Fotos und manche Anekdote nach dem Motto „Hätten Sie es gewusst?“. Der Geschichtsverein aktivierte im Vorjahr die Zusammenarbeit, besuchte das Nordfriesische Institut in Bredstedt, pflegt Kontakte zum Lecker Geschichtsverein, ist aber auch international unterwegs, wie Beate Jandt in ihrem Jahresbericht mitteilte.

„Wir waren im deutschen Museum in Sonderburg, schon im Hinblick auf unsere nächste Ausstellung im Jahr 2020.“ Das Deutsche Museum Nordschleswig stellt zur Geschichte des deutschen Bevölkerungsteils in Nordschleswig/Sønderjylland aus. In sieben aufeinanderfolgenden Ausstellungsräumen werden Exponate aus der Geschichte der deutschen Nordschleswiger von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit gezeigt. Dazu gehört auch die Vorgeschichte zur Volksabstimmung 1920.

Die Anregungen zeigten Wirkung: „Wir wollen die 2020-Ausstellung gemeinsam mit dem Tonderaner Geschichtsverein realisieren“, betonte die erste Vorsitzende und begrüßte mit Ingolf Haase einen Vertreter des Vereins. Bereits seit zwei Jahren sitzt der unermüdliche Wolfgang Raloff an dem neuen Thema. Wieder einmal durchsucht er alle Zeitungen der Region. „Neben der Nordfriesischen Rundschau und der Tonderaner Zeitung standen mir auch Protokolle der Gemeindevertretungen beziehungsweise des Kreistages zu Verfügung“, erklärte der frühere Direktor der FPS: „Unglaublich spannendes Material“ sei darunter gewesen. In seinem Referat ging er auf das Ziel seiner Recherchen ein. „Wir wollen zeigen, welche Auswirkungen auf die Menschen infolge der Veränderungen durch Kriege und Abstimmungen nach sich zogen“, sagt er. Der kleine Marktflecken Niebüll wurde plötzlich Kreisstadt, da Tondern durch die neue Grenze abgetrennt war. Überwiegend deutsch geprägte Orte wie Tondern oder Hoyer mussten mit der neuen Obrigkeit klarkommen. Der neuen Ausstellung darf man heute bereits mit Spannung entgegensehen.

Abschließend wurde der achtköpfige Vorstand mit einstimmigen Ergebnissen gewählt: Erste Vorsitzende Beate Jandt, ihr Stellvertreter Wolfgang Raloff sowie Schriftführer Dieter Huth, Kassenwart Karl-Heinz Jans, Rolf Sievers, Ferdinand Hahn, Albert Panten und Günter Friedrichsen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen