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Rickelsbüller hof : Ungewisse Zukunft für ein Traditionshaus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Alle sechs Wiedingharder Gemeinden zahlen noch einen Kredit für den „Rickelsbüller Hof“ ab. Aktuell gibt es „unterschiedliche Positionen“ über den Zustand des Gasthofes.

Die Zukunft des „Rickelsbüller Hof“, Hotel und Restaurant, war in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung Gegenstand der Einwohnerfragestunde. Bürgermeister Jörg Nissen musste auf Anfrage eines Anwohners nach dem Sachstand mit dem Hinweis, es sei ein Rechtstreit anhängig, passen.

Der Gasthof im Ortsteil Neudorf ist den Rodenäsern aus der Zeit seiner Besitzer Ewald und Erna Weber in Erinnerung. Um ihn nach dem Ausscheiden der Webers mitsamt dem in das Gebäude integrierten Laden von Kaufmann Jannichsen zu erhalten, kam das „Integrierte Entwicklungskonzept Wiedingharde/Tonderner Marsch“ ins Spiel. Das Land stimmte dem Aus- und Umbau des Gasthofs laut Bewilligungsbescheid vom 27. Dezember 1995 mit der Maßgabe zu, alle sechs Wiedinghader Gemeinden an dem Projekt zu beteiligen. „Weil Rodenäs das Projekt allein nicht schultern konnte“, erinnert sich Thomas Nissen (Neukirchen), damals federführend für die Finanzen im einstigen Amt Wiedingharde.

In Umbau und Erweiterung wurde der gesamte Gebäudekomplex inklusive Stallungen und Scheune einbezogen. Als Nachfolger von Kaufmann Jannichsen zog Kaufmann Petersen aus Neukirchen mit einer Filiale ein, die alsbald wegen Unwirtschaftlichkeit wieder schloss. Pächter des Gasthofes wurde vom 1. Dezember 1997 bis Ende Oktober 2009 Denis Löhndorf, seine Nachfolgerin, die aus dem heute polnischen Oppeln stammende Renata Arcamone.

Der Aus- und Umbau sowie die Erweiterung des Gasthofes, der den Namen „Rickelsbüller Hof“ erhielt, kostete 2,791 Millionen Mark. 60 Prozent der Kosten wurden aus Mitteln der Dorferneuerung gefördert, weitere zehn Prozent aus einer Sonderzuweisung. Den Rest der Summe brachten die sechs Gemeinden durch einen Kredit auf, der heute noch „zu bedienen“ ist, und, wie Thomas Nissen meinte, sich auf die Haushalte der Gemeinden auswirkt. Jetzt steht das Haus zum Verkauf.

Die derzeitige Mieterin überlegt, die Liegenschaft zu erwerben. Die Gespräche – Inhalt seien auch unterschiedliche Positionen von Mieterin und Vermietern zum Zustand der Liegenschaft – laufen. Sobald die Fragen ausgeräumt seien, sagten Renata Arcamone und Ehemann Claudio Infos zu.

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erstellt am 07.Feb.2014 | 12:00 Uhr

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