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Unermüdlich: Seit 25 Jahren im Einsatz für die Jugend

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Orte Schruwe-Nissen leitet seit einem Vierteljahrhundert das Haus der Jugend als Treffpunkt für alle / Ihre große Stärke: große Stärke: einfach da sein, zuhören, Zuwendung geben

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2017 | 11:20 Uhr

Orte Schruwe-Nissen feierte ein Dienstjubiläum der besonderen Art: Seit 25 Jahren leitet sie das Haus der Jugend in Niebüll. Zur Feier kamen viele Jugendliche, ehemalige Mitarbeiter und frühere Besucher, Jugendpfleger und der Bürgermeister. Mit viel Musik und selbstgetexteten Songs wurde lange und ausgiebig gefeiert. Mittendrin: die ewig junge Orte, die nach wie vor den direkten Zugang zur Jugend hat.

Bürgermeister Wilfried Bockholt lobte die Jubilarin ausgiebig. Gleichwohl erinnerte er an ernste Zeiten – etwa als Aids zum Thema wurde. Die beiden kennen sich sehr gut, denn Orte Schruwe-Nissen hat unerbittlich für ihr Haus gestritten – als Vertreterin der Jugend gegenüber der Stadt und der Politik. Meistens ging es gut aus.

In ihrer Rede begrüßte die Unermüdliche besonders herzlich den ehemaligen Kreisjugendpfleger Peter Matthiesen und ihren Vorgänger im Haus der Jugend in der Gather Landstraße, Carsten Kock. Sie habe im Laufe der Jahre immer wieder gehört, sie sei mit dem Haus der Jugend verheiratet. Eine Art Liebesbeziehung sei es tatsächlich von Beginn an gewesen. „Wir haben uns über die Jahre zusammengerauft, das Haus, die Jugendlichen und ich. Wir lebten eine ehrliche Beziehung voller Höhen und Tiefen, mit Lachen und vielen Tränen – und trotzdem blieben wir uns treu.“ Interessant sei vor allem der Wandel im Freizeitverhalten der Jugendlichen gewesen.

Erfinderisch zu sein, war daher ein Markenzeichen. „Wir erfanden den Discobus als Nachttaxi, die Kinderdisco im damaligen Domino, die Nordfriesland-rockt-CD und ein Video zur Drogenprävention.“ Orte Schruwe-Nissen war stets auf der Höhe der Zeit. Sie gestaltete mit ihrem Team den zweiten Weihnachtsfeiertag, entdeckte verrückte Sachen wie das Angrillen mitten im Winter, richtete den Bauwagen ein und animierte zu den Ausflügen, zum Beispiel zu den Karl-May-Festspielen. „Wir reisten nach England, Frankreich, Polen, Dänemark und Schweden – es war eine schöne Zeit!“

Vor zehn Jahren zog das Haus der Jugend um, befindet sich jetzt mitten im Schul- und Wohngebiet. Ein Umstand, den der Bürgermeister als positiv bewertete – die entfernte Lage am Friedhof war wenig günstig. „Und sehr klein war es auch“, ergänzte später Carsten Kock, der damals als Sozialpädagoge dort tätig war und das Haus initiiert hat. Vor zehn Jahren kam als Mitarbeiter Frank Sauer hinzu, den Orte Schruwe-Nissen den „zuverlässigsten Kollegen des Universums“ nannte.

Das Haus der Jugend hat sich im Laufe der Jahre immer wieder neu erfunden. Und doch gibt es beliebte Aktivitäten: Früher traf sich die Jugend Niebülls in der Eisdiele, um zu kickern – und diese Tradition wird auch heute noch gepflegt. Sportlicher Aktionen sind ebenfalls noch gefragt. Und wenn man sich das Programm des Heimspielsommers anschaut, so sieht man, dass nicht alles elektronisch abgeht. Freizeitgestaltung – dazu gehört auch Kanufahren.
Ansonsten haben die neuen Medien überall Einzug gehalten, ohne erhobenen Zeigefinger. Die Jugendlichen schätzen es, im Haus der Jugend einen Treff zu haben, in denen die Mitarbeiter ein offenes Ohr und Herz haben. Und genau darin besteht Orte Schruwe-Nissens große Stärke: einfach da sein, zuhören, Zuwendung geben.

Ein Hit des Abends war dann der Auftritt von ehemaligen Mitarbeitern und Freunden. Der Text nahm die Behörden auf die Schippe. Glaubt man den Worten, dann war einst im Konzept für das neue Haus das Thema Zahngesundheit ganz weit oben, wenn nicht geforderte Pflichtübung – statt „Pädagogik für das Leben“. Die Jubilarin löste auch dieses Problem damals – und bekam am Ende des Songs noch eine goldene Zahnbürste geschenkt.

„Wir haben bis kurz vor Mitternacht gefeiert“, sagte die ganz entspannte Pädagogin am nächsten Tag – einen schweren Kopf gab es nicht, denn alle labten sich an nichtalkoholischen Getränken.

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