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Hindenburgdamm : Unbekannter manipuliert Zaun am Gleis

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Sabotage? Die Polizei ermittelt wegen Gefährdung des Bahnverkehrs.

von
erstellt am 06.Jun.2016 | 10:18 Uhr

Nur zu gut ist noch das Unglück in Stedesand in Erinnerung, als am 13. Januar 2012, einem Freitag, Rinder von einem Stall ausgebrochen waren, auf die Bahnschienen liefen und dort von einem NOB-Zug erfasst wurden. Der Zug entgleiste, ein 38 Jahre alter Fahrgast kam ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Aus diesem Grund stuft die Niebüller Polizei den Vorfall, der sich nun in Südtondern ereignete, auch nicht als Bagatelle ein – auch wenn bislang niemand zu Schaden kam.

Peter-Möller Ehlers ist Landwirt und hält in den Sommermonaten Rinder auf einer Weide, die unmittelbar an die Schienen des Hinderburgdamms grenzt. Ein Unbekannter hatte diese jüngst aber derart manipuliert, dass die Tiere ungehindert auf die Bahngleise der sehr stark frequentierten Sylt-Strecke hätten geraten können: Am nordwestlichen Zipfel am Hindenburgdamm, wo der Dreieckskoog in den Rickelsbüller Koog übergeht, wurde laut Polizeiangaben ein etwa ein Quadratmeter großes Metalltor (Schaf-Tor) entwendet, was dem Landwirt, der eigentlich 30 Kühe und Kälber auf die Weide treiben wollte, nur durch ein Zufall auffiel. Der unbekannte Täter ging noch einen Schritt weiter: Er erdete mit einem Drahtstück den Zaun, sodass der Stromfluss unterbrochen war. Auch diese Manipulation wurde nur zufällig bei Mäharbeiten am Zaun entdeckt. „Dem Täter muss klar sein, dass hier größerer Schaden hätte eintreten können“, heißt es vom Polizeirevier Niebüll, das wegen dieser eventuellen Gefährdung des Bahnverkehrs unverzüglich die Bundespolizei über den Vorfall informierte.

Die Beamten gehen bislang davon aus, dass die unbekannte Person mit einem Auto zur Weide vorgefahren ist, um das Metalltor abtransportieren. Die landwirtschaftliche Fläche liegt abgelegen, die nächste Siedlung ist weit entfernt. Ehefrau Ulrike Ehlers ist überzeugt, dass jemand vorsätzlich handelte. „Zumal bereits zum dritten Mal in den letzten Jahren der Stromzaun manipuliert wurde. Und zwar immer auf der Bahnseite“, sagt sie. „Jeden Tag wird der Strom zwar von uns kontrolliert. Aber man muss doch nur an Stedesand denken, was alles passieren könnte.“ Eine Erklärung für die Taten hat sie nicht. „Wir wurden schon gefragt, ob wir Feinde haben, aber wer soll so etwas machen?“, fragt sie sich.

Die Polizei bittet nun um Mithilfe. Wer etwas beobachtet hat, kann sich unter der Telefonnummer 04661/40110 melden.


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