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Nordfriesland Tageblatt

16. Dezember 2017 | 22:09 Uhr

Neue Bleibe : Umzug in die Drei-Harden-Schule

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Für die nächsten zwei Jahre ist das „Haus Komet“ in ehemaligen Klassenräumen untergebracht. Der Neubau einer Tagesstätte ist geplant.

von
erstellt am 12.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Die Einrichtung „Haus Komet Niebüll“ hat eine neue Bleibe gefunden. Die Stadt und der Schulverband Südtondern stellten ihr jüngst in der Drei-Harden-Schule frei gewordene Klassenräume für Betreuung, Therapie und Pflege mehrfach Schwerstbehinderter zur Verfügung. Die Schule ist jedoch nur eine vorläufige Bleibe, denn in etwa zwei Jahren ist der Neubau einer Tagesstätte geplant, in der Behinderte medizinisch-therapeutisch-pädagogisch gefördert, trainiert und betreut werden sollen.

Zur Erinnerung: 1992 gründeten Rebecca und Armin Albers, Eltern des schwerstbehinderten Sohnes Wanja, eine Initiative und in deren Folge einen „konduktiven Verein“. Der Begriff konduktiv ist aus dem lateinischen conducere abgeleitet und bedeutet hin-, zusammen- und weiterführen. Der Verein arbeitete fortan nach den vom ungarischen Neurologen Dr. András Petö entwickelten Methoden, nach denen gegen cerebral bedingte Hindernisse in komplexen Lernprozessen angegangen werden kann.

Um das Ehepaar Albers scharten sich weitere Eltern. Rebecca Albers absolvierte ein Studium und übernahm in ihrer Qualifikation als akademische Mehrfachtherapeutin die fachliche Leitung des „Unternehmens Komet“, aus dem sich die „Haus Komet“ entwickelte und der sich der „Förderverein Haus Komet“ zur Seite stellte.

Mit vereinten Kräften wird jetzt ein konkretes Ziel angesteuert – und zwar vor dem Hintergrund eines deutlichen Förderbedarfs. Die Statistik rechnet vor, dass heute auf je 1000 Einwohner ein mehrfach Schwerstbehinderter kommt. Bei derzeit etwa 160 000 Nordfriesen wären das 160 Fälle. Als Trägerin des Projekts Haus etablierte sich eine Gesellschaft mit den Geschäftsführern Ernst Hinrichsen und Armin Albers. Dieser zur Seite stellte sich ein Förderverein unter dem Vorsitz von Peter Blohm, der sich um ideelle und finanzielle Förderung bemüht. Das gemeinsame Ziel: behinderten Menschen Therapie und Betreuung anzubieten, eine Tagesbetreuung einzurichten – und die Familien Schwerstbehinderter zu entlasten sowie Betreuer und Therapeuten aus- und weiterzubilden.

Es ist vorerst noch ein weiter Weg zurückzulegen. Mit Ursula Limbrecht ist bereits eine Architektin gefunden. Die Stadt weist ein 5000 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Ulmen- und Risumer Weg in einem „vorhabenbezogenen B-Plan“ aus. Die Komet-gGmbH rechnet mit Baukosten von zwei Millionen Euro. Gebaut werden soll in einer Art Modulsystem. Modul eins sollen Einrichtungen für die Tagesbetreuung und Gruppenförderung, Modul zwei ambulantes betreutes Wohnen und eine Kurzzeitpflege sein. Die Tagesbetreuung (mit etwa zehn Plätzen) soll Montag bis Freitag von jeweils 8 bis 16.30 Uhr angeboten werden. Für die Gruppenbetreuung sind 25 Plätze vorgesehen.

Zurzeit sind Förderverein und Gesellschaft auf der Suche nach Förderern. Als eine Adresse nannte Peter Blohm die „Aktion Mensch“, die bereits bei den Personalkosten hilft. „Erst einmal sind wir im Förderzentrum gut untergebracht“, danken Rebecca Albers und Peter Blohm Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt und der Leiterin des Förderzentrums Südtondern, Rektorin Daniela Holtemöller. Die Drei-Harden-Schule ist eine „Schule ohne Schüler“. Ihre Schüler sind seit einem Jahr in Regelschulen untergebracht – und deren Klassenräume frei und damit eine gute Gelegenheit, Pflege und Betreuung unter guten Bedingungen fortzusetzen.

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