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Nordfriesland Tageblatt

20. Oktober 2017 | 02:10 Uhr

Eile ist geboten : Umstrukturierungen als Chance

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ob beim Finanzamt oder ehemaligen Flugplatzgelände – der stellvertretende Bürgermeister Ingo Scholz fordert die Gemeinde auf, aktiv zu werden. In beiden Fällen bestehe akuter Handlungsbedarf.

von
erstellt am 31.Okt.2013 | 06:30 Uhr

Ingo Scholz mahnt zur Eile. Wer weitere Protestaktionen oder Solidaritätsbekundungen in Hinblick auf den möglicherweise drohenden Abzug des Finanzamts Nordfriesland plane, müsse sich sputen, so der zweite Bürgermeister der Gemeinde. Andersfalls fänden die Aktivitäten keine Beachtung mehr. Denn wie Scholz auf der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Tourismus und Wirtschaft als Stellvertreter des zu diesem Zeitpunkt erkrankten Bürgermeisters Rüdiger Skule Langbehn informierte, wird in der Arbeitsgemeinschaft rund um  Landrat Dieter Harrsen bereits  kräftig über alle Standorte diskutiert.

Wie schon die Städte Niebüll, Bredstedt sowie Husum hat auch Leck der Gruppe (bestehend aus Vertretern des Finanzministeriums, des Kreises und des Finanzamts) Mitte September ein Wirtschaftlichkeitskonzept vorgelegt, das bei der Neuordnung der Steuerverwaltung überzeugen soll.

Punkten könnte dabei das zur Verfügung stehende Bauplatzpotenzial in der Peter-Ox-Straße. Zudem wird auf die Sonderstellung der von Konversionsvorhaben betroffenen Gemeinde hingewiesen, die eine regionalstrukturpolitische Stärkung notwendig mache.

Anfang Dezember wird die Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse dann dem Kieler Finanzministerium vorstellen und einen Vorschlag unterbreiten. Welcher Standort letztendlich den Zuspruch erhält, bestimmt das Ministerium im Frühjahr 2014. „Leck hat seine Hausaufgaben gemacht und ein umsetzbares, sinnvolles Konzept entwickelt. Nun können wir nur hoffen, dass die Entscheidung für unsere Gemeinde ausfällt“, fasste der Ausschussvorsitzende Holger Karde zusammen.

Die Kommune ist Hauptsitz des Finanzamts Nordfriesland mit seinen 130 Mitarbeitern, während die Nebenstelle in der Kreisstadt Husum angesiedelt ist. Im Zuge der von Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold angestrebten Bündelung von Kräften soll es künftig nur noch einen Standort in Nordfriesland geben. Auch Niebüll hat sich dafür ins Rennen gebracht. Allerdings nur, sollte Leck nicht mehr in Betracht kommen.

Ingo Scholz informierte die Ausschussmitglieder ebenfalls über die Entwicklungen rund um das ehemalige Flugplatzgelände. Nach der Außerdienststellung der Flugabwehrraketengruppe 25 Ende des letzten Jahres wird nur noch ein kleiner Teil der 340 Hektar großen Fläche militärisch genutzt. Leck will das Areal wirtschaftlich nutzen. Für Bestürzung sorgten  vor ein paar Wochen daher die Pläne aus Kiel, das Gebiet unter Naturschutz zu stellen.

Als Erfolg verbuchte jedoch die Kommune, dass der Sicherstellungsbeschluss vorläufig aufgeschoben werden konnte. Aktuell sei Leck zusammen mit den Nachbargemeinden Tinningstedt sowie Klixbüll dabei, eine GmbH zu gründen – mit dem Zweck einer gemeinsamen Erschließung und Vermarktung der Konversionsfläche, so Scholz. „Die Gemeinden dokumentieren damit ihren festen Willen, einen  Gewerbepark selbst zu entwickeln.“

Vorstellbar seien grenzübergreifende Aktivitäten mit dänischen Firmen, was eine internationale Förderung ermöglichen könnte. „Tondern ist in einer ähnlichen Lage und  in Sorge, von Dänemarks wirtschaftlichen Entwicklung ausgeschlossen zu werden.“ So könnten sich beide Regionen gegenseitig stärken.

Heute findet eine Begehung der Fläche mit den Bürgermeistern statt. Mit dabei sind unter anderem auch Vertreter des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, des Innen- und  Wirtschaftsministeriums, der Bima sowie   der Wirtschaftsförderung Nordfriesland.  Holger Karde: „Das Gelände hat viele Jahre unsere Gemeinde miternährt. Wir können nur die Daumen drücken, dass sich dies wieder erfüllen wird – bei allem Respekt vor dem Naturschutz.“ Scholz jedoch verdeutlichte: „Es geht nicht nur ums Daumendrücken, sondern es ist wichtig, aktiv zu sein.   Für unsere Ideen müssen die Grundlagen geschaffen werden, denn das Gelände ist für die drei Gemeinden eine riesige Chance, etwas langfristig zu erreichen.“

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