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Umstrukurierung : Umbau für mehr Flexibilität

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Nospa-Regionaldirektor Ralf Friedrichsen spricht über Beratung im Wohnzimmer, Standortschließungen und Alternativen zur Filiale im Ort.

Die Nord-Ostsee Sparkasse baut um: Ab heute schließt die Bank die mitarbeiterbesetzten Standorte in Risum-Lindholm und Süderlügum. Fortan werden dort nur noch Automaten zu finden sein. Die Filialen in Neukirchen und in Enge-Sande werden ganz geschlossen. Wozu die Umstrukturierung dient und wie die Bank der Kritik aus den betroffenen Gemeinden begegnet, erklärt Ralf Friedrichsen im Interview. Der 43-Jährige wird künftig als Direktor der neu geschaffenen Regionaldirektion Niebüll vorstehen.

Wie lange sind Sie schon in Niebüll tätig und wo lagen bisher Ihre Verantwortlichkeiten bei der Nospa?
Ich bin seit sieben Jahren hier und komme auch aus der Region. Ich bin ein Lindholmer Jung (lacht). Bisher war ich Vertriebsleiter für das Vermögensmanagement in Südtondern. Zukünftig werde ich als Regionalleiter für diesen Bereich die komplette Verantwortung tragen. Mein Aufgabengebiet wird damit größer und natürlich spannender.

Ab heute trägt der Standort in Niebüll den Titel „Regionaldirektion“. Was kann sich der Kunde darunter vorstellen? Was ändert sich für ihn?
Unsere Regionaldirektion wird sich künftig noch mehr auf Beratung vor Ort konzentrieren. Das bedeutet, dass wir Spezialisten für alle Finanzfragen da haben – egal ob es um Sparanlagen, komplexe Wertpapiergeschäfte, Baufinanzierungen, den Aufbau einer strategischen Altersvorsorge oder die qualifizierte Vermögensberatung geht. Auch die Kompetenzen der Mitarbeiter werden ausgeweitet, sodass Entscheidungen deutlich schneller getroffen werden können. Damit bekommt der Standort Niebüll einen besonderen Stellenwert.

Ihre Mitarbeiter in Risum-Lindholm und Süderlügum werden jetzt abgezogen. Wandern die Kollegen hier nach Niebüll und sind damit weiter ansprechbar?

Es war uns ganz wichtig, dass der Kunde weiß, der Berater, mit dem er bisher immer gesprochen hat, ist noch immer da, er sitzt nur zwar woanders, ist aber weiterhin für sie zuständig. Wir haben die Umstrukturierung nicht genutzt, um Kollegen freizusetzen. Außerdem ist es so, dass unsere Berater jetzt auch Kunden, die es nicht zu uns schaffen, verstärkt zuhause besuchen.
Warum war der Hausbesuch vorher nicht so einfach möglich?
In kleineren Filialen ist es so, dass immer mindestens zwei Mitarbeiter wegen der Kasse anwesend sein müssen. Da kann man dann nicht schnell mal rausfahren. Jetzt ist das anders. Durch die Konzentration in Niebüll entstehen für die Berater größere Freiräume. Die Kunden, die nicht mehr so mobil sind, werden davon profitieren.

Die Neuordnung Ihres Unternehmens hat auch viel Kritik in den Gemeinden ausgelöst. So wird die Nospa in Neukirchen und Enge-Sande ab jetzt nicht mal mehr mit SB-Automaten vertreten sein. Wie gehen Sie mit der Enttäuschung vor Ort um?
Wir haben natürlich Verständnis für die Reaktionen. Ich will aber auch darauf verweisen, dass die Berater – wie gesagt – nicht aus der Welt sind, sondern in Niebüll und ab jetzt auch mobil. Zusätzlich haben wir uns darum gekümmert, dass die Bargeldversorgung in den betroffenen Gemeinden weiterhin funktioniert. Das heißt, wir haben Partner gewonnen, bei denen man einkaufen und gleichzeitig an der Kasse Geld abheben kann. Man kann sich aber auch Geld von uns liefern lassen.

Warum schließen Sie die Filialen – müssen Sie sparen?
Hinter der Maßnahme versteckt sich kein Rentabilitätssteigerungsmodell. Betriebswirtschaftlich bringt uns das gar nicht so viel. Die Summen, die wir beispielsweise durch Raummiete einsparen, werden jetzt in die anderen Standorte und Technik investiert. Auch haben wir keine Kollegen freigesetzt oder frühzeitig in den Ruhestand geschickt – es geht darum, auf verändertes Kundenverhalten zu reagieren und damit weiterhin als starker Finanzpartner für die Region da zu sein. Und viele wollen alltägliche Bankgeschäfte inzwischen flexibel übers Internet machen, wenn es aber um wegweisende Finanzentscheidungen geht, dann bei den Experten in ihrer Nähe.

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erstellt am 16.Feb.2015 | 08:30 Uhr

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