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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 21:24 Uhr

Übergabe per Handschlag besiegelt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Nach Umsetzung der Gedenkstätte auf den Friedhof der Apostelkirche geht das alte Ehrenmalsgelände jetzt an die Kirche zurück

Jetzt ist es amtlich. Das 1850 Quadratmeter große Ehrenmalsgelände, einst Teil des Deezbüller Pastoratsgartens, geht wieder an die Kirche zurück. Zur Amtszeit von Pastor Paul Klappstein war es dem 1952 in Deezbüll gegründeten Ehrenmalsverein zum Zweck der Errichtung eines Ehrenmals zum Gedenken an die Gefallenen der Weltkriege 1914/18 und 1939/45 überlassen worden. Es wurde 1954 vom Verein unter dem Vorsitz des Deezbüller Zahnarztes Dr. Peter Boysen (von den Einwohnern „Peter Teen“ genannt) eingeweiht und hatte 60 Jahres bis zum Volkstrauertag vergangenen Jahres Bestand.

Weil das Ehrenmal wegen seiner abgeschiedenen Lage, angrenzend an den Kleinbahnhof Deezbüll, immer weniger von der Öffentlichkeit wahrgenommen und nur von alteingesessenen Deezbüllern aus besonders leidvoll betroffenen Familien besucht wurde, entschloss sich der „Verein zur Pflege des Deezbüller Ehrenmals“ (so sein offizieller Name) zum Wechsel auf den Friedhof an der Apostelkirche. Dort wurde anstelle des bisherigen Gedenksteins eine zweiteilige Stele errichtet, deren Inneres eine Lücke in Form eines Kreuzes umschließt. Auf dem linken Teil sind die Namen der Gefallenen des ersten, rechts die des zweiten Weltkriegs aufgeführt. Ehrenmalsvorsitzender Nommen Nommensen übergab den Ehrenmalsplatz jetzt an die Kirchengemeinde Niebüll zurück – per Handschlag mit Pastorin Sylvia Kilian-Heins. Diesem informellen Akt muss nun noch die Umwidmung im Grundbuch beim Amtsgericht erfolgen, zu veranlassen durch die Eigentümerin.

Das Abräumen des alten Ehrenmals sponserte die Firma Martin Limbrecht. An zwei Tagen mit Einsatz eines Baggers und anderem Gerät wurden mit acht Lkw-Fuhren Steine und Schotter abgefahren und das Gelände planiert.

Über künftige Verwendung des einstigen Ehrenmalplatzes wird der Kirchengemeinderat noch beraten. Aus Sicht der Stadt seien keine planerischen Aktivitäten zu erwarten, sagte Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt. „Es wird bei einer rein kirchlichen Zweckbestimmung bleiben“, ließ Pastor Dr. Christian A. Winter anklingen. Denkbar wäre zum Beispiel dort der Bau eines Pastorats mit Pastoren-Wohnung und Amtszimmer. Dieses läge damit wie früher in der Nähe der nur einen guten Steinwurf entfernten Kirche.  

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