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Musik : Trio Concertino lässt das Eis schmelzen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Musiker begeistern mit Konzert in der Christuskirche / Neben Coversongs spielte das Trio auch selbstgeschriebene Stücke

Passend zur aktuellen Winterzeit, zum Schnee und den roten Nasen kam jetzt das wunderbare Winter-Liedprogramm des Trio Concertino in die Niebüller Christuskirche. Jonny Möller (Saxofon und Percussion), Sylwia Timonti (Klavier, Querflöte) und Julia Schilinski (Klavier, Akkordeon, Gesang) sowie als Gast der Ehemann der Sängerin, Kontrabassist Johannes Huth, versprühten musikalische Funken dieser Jahreszeit.

In der Christuskirche mit ihrer fantastischen Akustik herrschte mit drei Oldtimer-Stehlampen stimmungsvolle Wohnzimmeratmosphäre, dazu zauberte die Lichtorgel romantische Effekte, schuf Blitzgewitter und Sternenhimmel. Die sympathischen Musiker nahmen die Besucher von Beginn an mit auf eine wunderbare Reise durch alle Welten. Mal impulsiv und bewegt, dann wieder melancholisch und getragen, musizierten sie mit großem Enthusiasmus, präsentierten bekanntes und weniger bekanntes Liedgut aus verschiedenen Jahrhunderten und Regionen. Oft ohne Erklärung, einfach den Spuren und Farben des Winters folgend. Spannend dabei die Auswahl: Julia Schilinski faszinierte mit einem chansonhaften „Autumn leaves“, bot mit „Winterwonderland“ einen Klassiker der US-Songgeschichte. Jonny Möller entführte mit Kiesewetters „Fresenhof“ in nordfriesische Gefilde. Mit „Raindrops keep falling on my head“ zeigte die Sängerin, dass man jede Wetterlage auch positiv sehen kann. Eben eine „Wonderful world“, die Jonny Möller auf dem Saxophon klasse interpretierte. Dann brachte Julia Schilinski Schwung in die Kirche mit einer Samba voller Emotionen; ein absoluter Genuss. Ein Gedicht vom Miguel Torga regte zum Nachdenken an, ein „Danny boy“ zum Träumen.

Ein Wort zu den fabelhaften Musikern: Die Pianistin Sylwia Timonti hat den Rhythmus der polnischen Heimat im Blut; sie brillierte mit Querflöte und solo am Klavier. Genial ihre „Stille Nacht“ in ungewohnter, jazziger Interpretation. Sie kennt den Winter genau, denn sie tourte mit der „Polska Opera“ schon quer durch Europa.

Sie kann fast alles: Julia Schilinski, eine Hamburger Sängerin, ist die, die Stefan Gwildis Soulsongs im Background erst so richtig rund machte, sie ist eine bravouröse Mikis-Theodorakis-Interpretin, Liedermacherin und vieles mehr. Die Mezzosopranistin wandelte vielseitig zwischen den musikalischen Welten: Klassik, Chanson, Fado und Swing. Immer mit individueller Note. Bemerkenswert auch ihre eigenen, selbst geschriebenen Songs wie das „Baumlied“.

Der Schleswiger Musiker Jonny Möller ist Gründungsmitglied der Gruppe Mobago. Der Saxophonist der Top-40-Band „Tin Lizzy“ belebte den Abend ungemein durch den rasanten Wechsel von Percussion zu seinen Blasinstrumenten. Die Niebüller fanden diesen musikalischen Leckerbissen ausgesprochen klasse. Der Applaus ging in mehrere Runden, am Ende wurde sogar mitgesungen. Standing Ovations für einen perfekten winterlichen Abend.


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erstellt am 03.Feb.2015 | 05:00 Uhr

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