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Drei Harden : Trinkwasser bleibt gut und günstig

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zweckverband Drei Harden: Die Wasserqualität überzeugt, obwohl das Leitungsnetz über weite Strecken veraltet ist und erneuert werden muss.

Das Trinkwasser ist gut und mit 80 Cent pro Kubikmeter relativ günstig. Soweit gute Nachrichten bei der Verbandsversammlung des „Zweckverbandes Wasserversorgung Drei Harden“ im Westrer Waldkrug. Nur einen Haken gibt es: Das Leitungsnetz ist über weite Strecken 60 Jahre alt. Die Rohre sind brüchig und müssen nach und nach ausgetauscht werden. Der Zweckverband regelt die Trinkwasserversorgung von 26 Gemeinden und die Abwasserbeseitigung für neun Gemeinden.

Die Mitarbeiter des Verbandes spüren deshalb immerzu Wasserverlusten im Leitungssystem nach, sie weisen – wenn sie länger anhalten – auf einen Rohrbruch hin. Neue Zähleinrichtungen sollen jetzt beim Aufspüren der Schadstellen helfen und tragen dazu bei, die Verluste in Grenzen zu halten. Durch die neuen Leitungen für das Trinkwasser wird auch ein Zeichen für den Grundwasserschutz gesetzt.

Den Vorsitz der Versammlung hatte Risum-Lindholms Bürgermeister Hauke Christiansen. Er gab zum Jahresende einen Rück- und Ausblick: Bereits 2013 begann Drei Harden damit, jährlich etwa 13 Kilometer alte Transportleitungen durch neue Rohre zu ersetzen. „Es wird noch 20 Jahre dauern, bis grob geschätzte 200 Kilometer alter Leitungen ersetzt sind.“ Seit einigen Jahren bietet der Verband auch die Beseitigung des Schmutzwassers an. Die Kosten dafür sind unterschiedlich und orientieren sich am Aufwand.

Verbandsingenieur Heiko Thede informierte detailliert über die Grundwasserqualität. „Eine einwandfreie Versorgung mit gutem und gesundem Trinkwasser ist nur möglich, wenn das Grundwasser nicht mit Schadstoffen belastet ist.“ Die 40 bis 120 Meter tief liegenden Grundwasserleiter liefern Trinkwasser in ausreichender Menge und guter Qualität. Gemeinsam mit der Landwirtschaft werde eine grundwasserschonende Bewirtschaftung der Flächen angestrebt, so Thede. Mit einer Grundwasser-Fördermenge von derzeit 3,1 Millionen Kubikmeter liegt Drei Harden unter dem erlaubten Limit von 3,25 Millionen Kubikmeter. Im nächsten Jahr will der Verband vier alte durch zwei neue Brunnen ersetzen.

Auch im Wasserwerk selbst ist eine ständige Überprüfung der Bauteile notwendig. Für den Fall eines Stromausfalls steht ein Notstromaggregat bereit. Beides ist wichtig, denn wenn das Werk ausfallen würde, säßen die Bewohner Haushalte im Bereich Drei Harden auf dem Trockenen. Die Anlage bereitet pro Tag bis zu 18  000 Kubikmeter Wasser auf und ihre Kapazitäten reichen auch bei Rekordbedarf aus.

Drei Harden in Zahlen: 2016 wurden 3,08 Millionen Kubikmeter Rohwasser gefördert und 2,91 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verkauft. Die neun Gemeinden bei denen Drei Harden das Abwasser beseitigt, lieferten 285  000 Kubikmeter Schmutzwasser. Der Stromverbrauch von Drei Harden lag bei 1,19 Millionen Kilowattstunden.

Als Stromanbieter wählte die Zweckgemeinschaft die Stadtwerke Heidelberg, da sie sich als günstigster Anbieter erwiesen. Sie stellten Stromkosten von 209  000 Euro in Rechnung. Etwa 23  000 Kilowattstunden eigenen Strom erzeugt Drei Harden mit der Solaranlage auf dem Dach der Druckerhöhungsstation Neukirchen. Für 209  000 Euro wurden 2016 Wasserhausanschlüsse erneuert.

Unterm Strich geht der Verband in seinem Gesamthaushalt „Wasser/Abwasser in diesem Jahr von Erträgen von 5  195  764 Euro aus, denen Aufwendungen von 4  959  420 gegenüber stehen. Trinkwasser bringt einen Gewinn von 224  187 Euro, die Abwasserbeseitigung ein Plus von 12  157 Euro. Im Gesamthaushalt 2017 sind im Erfolgsplan Erträge von 5  144  520 und Aufwendungen von 5  049  348 Euro angesetzt, so dass beim Trinkwasser 93  000 und beim Abwasser 2  172 Euro Gewinn zu erwarten sind.

Drei Harden beschäftigt aktuell insgesamt 31 Mitarbeiter. Verbandsvorsteher Hauke Christiansen entlastete die Verbandversammlung. Neues Mitglied im Hauptausschuss ist Lecks Bürgermeister Andreas Deidert.

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