Runder Tisch : Treffen zur Integration von Flüchtlingen

Mit einer Statistik unterrichtete die sogenannte Patenamtsberaterin Monika Hahn-Naninga die Vertreter von unterschiedlichen Ämtern und Behörden.

Mit einer Statistik unterrichtete die sogenannte Patenamtsberaterin Monika Hahn-Naninga die Vertreter von unterschiedlichen Ämtern und Behörden.

Helfer sprechen über Jobs für Schutzsuchende in Südtondern und Kitaplätze für deren Kinder.

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08. Februar 2018, 03:54 Uhr

Leck | Was wurde erreicht, wie ist der heutige Stand, welche Aufgaben stehen künftig an? Diese Fragen beschäftigten die Akteure beim „Runden Tisch zur Integration von Flüchtlingen“ in Leck. Diese Bezeichnung fand sich in der Quintessenz des Abends wieder: Es geht nicht mehr vorrangig um das Ankommen der Flüchtlinge, darum eine Wohnung zu bekommen und diese einzurichten, sondern um die Integration der Neubürger in die Gesellschaft.

Mit einer Statistik unterrichtete die sogenannte Patenamtsberaterin Monika Hahn-Naninga die Vertreter von unterschiedlichen Ämtern und Behörden, die anwesenden Paten und einige interessierte Geflüchtete. „Es hält sich die Waage zwischen den Menschen, die wegziehen, und den Menschen, die kommen“, sagte Monika Hahn-Naninga. Zur Zeit lebten 582 Asylbewerber und Flüchtlinge im Amtsbereich Südtondern, hieß es, und zwar 241 in Leck, 13 in Achtrup, neun in Klixbüll, 16 in Ladelund, 55 in Süderlügum, 183 in Niebüll, 28 in Risum-Lindholm und zwölf in Rosenkranz. Das Verhältnis von Familien zu Einzelpersonen rechnete Hahn-Naninga mit eins zu eins auf. Die Männer bilden mit zwei Dritteln den größeren Anteil.

„In Leck haben 30 Personen eine Arbeit, 15 befinden sich in einer Ausbildung und 145 Erwachsene gehen zur Schule“, erklärte sie weiter. In Leck können demnach alle Schutzsuchenden einen Sprachkurs besuchen. „Das ist großartig!“ Außerdem wies Monika Hahn-Naninga darauf hin, dass in rund drei Jahren in Südtondern mehr Kindertagesstätten- und Schulplätze nötig sein werden, da zahlreiche Neubürger Babys erwarten oder bereits bekommen haben.

Auch der Familienzuzug war Thema: „Wir warten ab, wie sich die Gesamtlage entwickelt“, sagte Malte Rolfs vom Amt Südtondern. Nach und nach habe man aufgrund minimierter Zuweisungen einige Wohnungen abgestoßen, aber es stehe weiterhin Wohnraum für die Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung. Von Seiten der Polizei wusste er, dass es zwar Einsätze, aber keine Auffälligkeiten an Kriminalität bei Neubürgern gegeben habe. „Sicher gibt es bei den Menschen, die zu uns kommen, ein paar Pappenheimer, aber die gibt es auch unter Menschen, die hier geboren wurden“, betonte Malte Rolfs.

Ein Zahlenwerk legte die neue Leiterin des Sozialamtes Leck, Eva Schiller, vor. Immer mehr Flüchtlinge würden versuchen, über das Jobcenter eine Stelle zu ergattern, das bedeutet, dass die Zahl der Hartz IV-Empfänger steigt, hieß es. Der Integrationsbeauftragte des Kreises, Peter Martensen, teilte mit: „Die Integrationspauschale wird weitergezahlt. Diese wird allerdings weniger, je mehr Personen Hartz IV beziehen“, sagte der Kreiskoordinator in Flüchtlingsfragen. Bei diesem regen Austausch über Zahlen und Fakten lag der Schwerpunkt des Abends nicht mehr wie bisher beim Thema Sprache, sondern beim Thema Arbeit.

Dafür war Lars Treptow vom Kreis gekommen und stellte sein Projekt „Ankommen-Perspektive-Job“ vor. Deutlich wurde ebenso, dass einige Neubürger die deutsche Sprache bereits sehr gut sprechen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Letztlich wurde das „Mentoring-Programm“ von der Arbeiterwohlfahrt vorgestellt. Es fordert Lokalpolitiker auf, ihr Know-how an interessierte Menschen mit Migrationshintergrund weiterzugeben. „Das ist eine wichtige Entwicklung im Sinne der Partizipation, das heißt, der Beteiligung und Mitwirkung an gesellschaftlichen Prozessen“, sagte Hahn-Naninga.
 

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