Training mit US-Profis: Bei Vermisstensuche hilfloses Kalb aus dem Graben gerettet

Der US-Amerikaner Luis Ledbetter (links) gibt wertvolle Tipps. Foto: hem
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Der US-Amerikaner Luis Ledbetter (links) gibt wertvolle Tipps. Foto: hem

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10. September 2012, 03:59 Uhr

Nordfriesland | Wo sie auftauchen, ist eines garantiert: Passanten bleiben stehen, immer wieder kommt die besorgte Frage: "Ist hier etwas passiert?" Glücklicherweise nicht. Bei den Einsätzen der Englisch sprechenden Gruppe an unterschiedlichen Schauplätzen in Nordfriesland handelt es sich um eine Übung. Die Sondereinheit "Personen- und Vermissten-Spürhunde der Feuerwehr" (kurz PVSH) hatte hochrangige internationale Gäste eingeladen und dafür Spuren in verschiedenen Orten gelegt. Das "Mantrailing"-Einsatzgebiet erstreckte sich dabei von Husum bis hinauf nach Langenhorn.

Obmann Hansjörg Kaminski durfte sich freuen: Er hatte mit Luis Ledbetter aus den USA nicht nur "den weltbesten Trainer" gewinnen können, sondern gleich ein ganzes Team aus den Vereinigten Staaten mit Kevin Gannon, Mary Carson-Davenport und Jennifer Wilin. "Es sind die Besten aus den gesamten USA", sagt Kaminski, "denn sie arbeiten dort für FBI und Secret Service." "Chief" Luis Ledbetter arbeitet als Deputy Sheriff und Chefausbilder im "Sheriff Departement Palm Beach" in Florida. Er war bereits im Vorjahr in Nordfriesland. "Very nice" - diese Worte des Bloodhound-Führers gehen den Teilnehmern "runter wie Butter". Ausbildungsleiterin Dr. Babett Höfling hat aber noch weiteren Grund, stolz zu sein: Neben Teilnehmern aus der Schweiz, den Niederlanden und Dänemark - war auch die Frankfurter Rettungshunde-staffel mit ihrem Leiter Christian Barthelmes dabei. Sie ist die älteste und größte Rettungshundestaffel in ganz Deutschland. "Wir besitzen 28 Jahre Erfahrung", betont der 52-Jährige. 25 Rettungshundeführer sind in elf Einsatzfahrzeugen aus der Mainmetropole angereist. Darauf, dass die Hunde Menschen gegenüber "außerordentlich gutmütige und freundliche Tiere" sind, verweist die Frankfurterin Inge Appel, die mit ihrem 15 Monate alten Golden Retriever-Mischling "Johnny" dabei ist.

In Nordfriesland wurden diesmal zwei Seminare angeboten. Eingesetzt werden beim "Mantrailing" neben den Bloodhounds unterschiedliche Rassen. So nimmt die 25-jährige Julia Reißer aus Frankfurt mit ihrem vier Jahre alten Pointer-Mischling "Lilly" teil. "In den letzten Tagen sind wir alle gefühlte 1000 Kilometer gelaufen", so Kaminski. Große Unterstützung habe man bei der Spurensuche von Firmen in Husum erfahren - "dafür danken wir ausdrücklich". Er konstatiert: Die "Man trailer"-Hunde unterscheiden bei der Suche verschiedene menschliche Gerüche voneinander und orientieren sich ausschließlich an Duftmolekülen der zu suchenden Person. Beim Abschlusstraining in Langenhorn wurde "ganz nebenbei" noch ein Leben gerettet: Die Gruppe entdeckte in einem Graben ein hilfloses Kalb.

Die nordfriesische Einsatz-Staffel verfügt über sechs einsatzgeprüfte Hunde; ein weiterer ist in Ausbildung. "Wir sind an 365 Tagen rund um die Uhr einsatzbereit", unterstreicht Kaminski. "Die Bevölkerung kann uns also jederzeit über den Notruf 112 anfordern. Wir kommen sofort."

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