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Nordfriesland Tageblatt

19. Oktober 2017 | 20:46 Uhr

Tone Fish im Charlottenhof

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Band sorgt mit irischer Volksmusik für Stimmung in Klanxbüll / Publikum in der ersten Reihe zuckte schon beim zweiten Lieder mit den Beinen

Am Ende tanzte der halbe Saal: Der irische Abend mit der Gruppe Tone Fish im Charlottenhof brachte die Besucher in Wallung. Der Begriff After Work wird hier jeden Mittwoch ernst genommen. Man darf sich ausschütteln und Spaß haben. Angesichts der Flut an Veranstaltungen im Umfeld keine leichte Sache sich zu behaupten, doch der Charlottenhof hat ein treues Stammpublikum. Manche kommen von Sylt herüber, andere nehmen den Weg von Leck oder Niebüll auf sich. Und so stehen die ersten Besucher schon früh an den Tischen, pflegen den Klönschnack und erinnern sich an das erste Konzert von Tone Fish vor einem Jahr. Schon damals kam viel Stimmung bei der irischen Volksmusik made in Hameln auf. Das Programm hat sich nicht wesentlich geändert: „Die Lieder drehen sich zumeist um Liebe, Auswandern, Heimweh und Alkohol“, verkündete Frontmann und Bandgründer Stefan Gliwitzki. Er moderierte mit viel Humor, bedankte sich ausgiebig für die Chance im Chalottenhof aufzutreten. „Wenn man hier spielen darf, hat man es geschafft!“

Das Publikum ging von Beginn an mit, bereits beim zweiten Lied zuckte die erste Reihe mit den Beinen. Musikalisch ging es querbeet, mit vielen eigenen Kompositionen und ungewöhnlichen Interpretationen wie zum Beispiel „Englishman in New York“ von Sting. Es machte Spaß zuzuhören, denn die Qualität der Musiker überzeugte. Der mehrstimmige Gesang ist ein Markenzeichen der Gruppe ebenso die eindrucksvolle Stimme von Michaela Jeretkzy. Die „Lady in Grün“ faszinierte immer wieder durch ihr kunstvolles Flötenspiel. „Habt Ihr gemerkt, wie viele Flöten sie eben gespielt hat?“, fragte der Bandleader nicht ohne Grund. Doch auch die anderen Musiker bekamen die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Henning Fahß, der kongeniale Vertreter von Jochen Siepmann, bekam unter großem Beifall sein Solo an den Drums. Beim Song „Cruel Sister“, einer wahrhaft gruseligen Moritat konnte Jonas Peters am Bass den Headbanger geben – seine lange Mähne wehte wie ein fliegender Teppich über die Bühne. Wenig später durften die Zuschauer eigene Gesangsproben abliefern, der Abend nahm deutlich an Fahrt auf. Die „traurigen Lieder“ zum stillen Genießen hatte Tone Fish im ersten Teil des Abends untergebracht, so dass nach der Pause rasante Hits wie der Metallica-Klassikers „Nothing else matters“ den Stimmungspegel nach oben schraubte. Mitmachen gefiel besonders: Ein wenig Übungsunterricht in Sachen Takt bezog das Publikum mit ein, was sogleich Komplimente von der Bühne nach sich zog. Der raue Ton und bissige Humor der Zuschauer gefielen dem eloquenten Moderator sichtlich, spätestens jetzt hatte man sich gefunden. Die Schlussrunde mit traditionellen Songs wie „Mrs. Macgrath“ oder aber adaptierten Liedern wie Mark Knopflers „Sailing to Philadelphia“ zeigte noch einmal die große Bandbreite des Quartetts. Bei den Zugaben „Whisky in the Jar“ und „Drunken Sailor“ sangen alle mit – und so langsam rückte der Uhrzeiger Richtung Mitternacht vor. Fazit: eine feine Party - und beim nächsten Mal wünscht man sich die tolle Akkordeonspielerin Bianca Kaup wieder hinzu. Ihr brillantes Spiel wurde ein wenig vermisst.

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