zur Navigation springen

Tolerant und engagiert: Nachruf auf Wilhelm Klüver

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2014 | 13:25 Uhr

Viele werden ihn noch kennen: Wilhelm Klüver leitete 30 Jahre die dänische Schule in Leck. Über 25 Jahre war er kommunalpolitisch tätig in der Gemeindevertretung und als bürgerliches Mitglied im Kulturausschuss des Kreistages Nordfriesland, acht Jahre arbeitete er als Landesvorsitzender des SSW. In der vorigen Woche verstarb Wilhelm Klüver im Alter von 85 Jahren in Flensburg.

Wilhelm Klüver wurde am 13. Februar 1929 in Achtrup geboren und besuchte zunächst deutsche Schulen, obwohl seine Muttersprache Dänisch war. Nach Kriegsende erarbeitete sich der Däne mit dem deutschen Pass dann auf Nach- und Volkshochschulen in Dänemark die Qualifikation für die Aufnahme an der pädagogischen Hochschule in Ranum/Dänemark. 1953 bestand er seine zweite Lehrerprüfung und trag sogleich eine erste Stelle als Schulleiter in Hörup an. Nach sechsjähriger Tätigkeit in Rieseby bei Eckernförde kam Wilhelm Klüver 1962 nach Leck.

Drei Jahrzehnte später ging der Schulleiter in den verdienten Ruhestand. Gleichzeitig legte er sein Amt als SSW-Fraktionsvorsitzender nieder. Bei seiner Verabschiedung wurde der engagierte Lehrer und Kommunalpolitiker für seine Toleranz und Mitmenschlichkeit gewürdigt.

Die damalige Bürgervorsteherin Ruth Gressmann hatte Klüver als den „Architekten der nachbarschaftlichen Beziehungen“ zwischen der Gemeinde Leck und der Stadtvertretung Tondern bezeichnet. Er sei eine Bereicherung für die Lecker Gemeindevertretung gewesen: Engagiert, gescheit und immer bemüht, bei notwendigen Auseinandersetzungen sachlich zu bleiben, „damit menschliche Beziehungen keinen Schaden nehmen“. Auch Pastor Peter Spangenberg hatte ihm damals Attribute zugeschrieben wie gottesfürchtig, standfest, klug, redlich, humorvoll und auch mutig.

Mit Ehefrau Grete zog Wilhelm Klüver 1992 in die Fördestadt. Bis 1997 wirkte er als Landesvorsitzender der Südschleswigschen Wählervereinigung. Zitat aus der Zeitung „Flensborg Avis“: „Mit ihm hat der SSW seinen größten Vorkämpfer für die dänische Sache in Südschleswig verloren“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert