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Nachwuchswettbewerb : Tisch aus Niebüll geht auf die Reise

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Projektarbeit „Stammtisch“ von Schülern der Beruflichen Schule wird auf der Ausstellung „Holz bewegt“ im Museum der Arbeit in Hamburg gezeigt

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2015 | 05:00 Uhr

Als Orkan Christian im Oktober 2013 mit Macht über Südtondern hinwegfegte, fällte der Sturm auch eine betagte Robinie auf dem Lecker Friedhof. Während der Laubbaum damals nur eines von tausenden Sturmopfern war, wird ein Teil des ehemaligen Friedhofshühnen jetzt zu einem prominenten Ausstellungsstück im Museum der Arbeit in Hamburg. Verantwortlich für die späte Karriere des rund 60 Kilo schweren Holzstückes sind Schüler der Beruflichen Schule des Kreises Nordfriesland in Niebüll. Sie haben das massive Holzteil zu einem aparten Tisch mit verglastem Einschub und drehbarer Platte verarbeitet und sich damit anschließend der norddeutschen Handwerkskonkurrenz gestellt. „Wir haben auch in diesem Jahr an dem Nachwuchswettbewerb ’Holz bewegt’ teilgenommen und hatten Erfolg“, sagt der Fachlehrer für Holztechnik Lars Brodersen. Ab dem 2. April wird das Werkstück aus Niebüll bis zum 7. Juni auf der gleichnamigen Ausstellung im Museum der Arbeit zu sehen sein. „Das ist für uns schon ein toller Erfolg“, so Brodersen.

Mit ihrem wuchtigen Wettbewerbsbeitrag, den die Macher „Stammtisch“ tauften, legten sich die Schüler über Monate ins Zeug und setzten sich bei der Endauswahl in Hamburg gegen Gesellen und Meister des Tischlerhandwerks durch. Insgesamt hatten sich 67 Projekte beworben. Der Wettbewerb richtet sich an den Holz verarbeitenden Nachwuchs in Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein. „Wir wollen mit dieser Initiative den gestalterisch-konzeptionellen Ansatz im Bereich von Aus- und Weiterbildung fördern“, lautet die Zielsetzung. Die dem Wettbewerb innewohnenden Gedanken sollten die Teilnehmer dazu bewegen, „Gestalt und Nutzen“ wieder stärker miteinander zu verbinden, so die Hoffnung der Initiatoren vom Verein Holz bewegt e.V. sowie vom Fachverband Holz und Kunststoff Nord und der Handwerkskammer Hamburg.

Der Gedanke, dass in den kommenden Monaten tausende Menschen an dem „Stammtisch“ aus Niebüll vorbeiflanieren werden, gefällt den Schülern von Lehrer Lars Brodersen. Zumal zu Beginn des Projektes im Mai 2014 überhaupt noch nicht klar war, was die Jugendlichen in den Werkstätten der Schule herstellen würden. „Wir haben uns in Gruppen zusammengesetzt und Ideen gesammelt“, erinnert sich Oke Nissen. Schließlich stimmten die Schüler über die erarbeiteten Vorschläge ab – die Tischidee machte knapp das Rennen vor einer Hollywoodschaukel oder einem Boot. Danach stand die Konzeption und der Bau des Werkstückes jeweils acht Schulstunden in der Woche auf dem Stundenplan. Auch mit Hinblick auf das eigene Gesellenstück, das auch Sabrina Matthiesen am Ende ihrer Ausbildung zur Tischlerin anfertigen wird, hat sich der Aufwand gelohnt: „Ein solches Projekt übt, und das ist gut.“

 

 

 

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