Kennzeichnung : Tierschutzverein ruft zum Chippen von Katzen auf

Kater „Balou“ ist dank Ohr-Tattoo endlich wieder zu Hause in Dänemark.
Kater „Balou“ ist dank Ohr-Tattoo endlich wieder zu Hause in Dänemark.

shz.de von
29. März 2017, 10:00 Uhr

Kommt einem Katzenbesitzer sein Tier abhanden, ist es für ihn eine nervenaufreibende und traurige Zeit, bis die Katze – hoffentlich – wieder da ist. Die erleben die Mitglieder des Vereins Tierschutz Niebüll und Umgebung häufig mit. Diese bange Wartezeit ließe sich jedoch verkürzen, wenn die Tiere gekennzeichnet würden durch Chip und/oder Tätowierung. „Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Mensch und Tier wieder zueinander finden“, teilt Gesche Iben-Hebbel vom Tierschutzverein mit.

Der Tierschutzverein hat in den vergangenen Wochen zwei Fälle von zugelaufenen Katzen gehabt, bei denen sich das Kennzeichnen als sehr gut erwiesen habe. Zum einen war da Kater „Balou“, der in Rodenäs nahe der dänischen Grenze zugelaufen war. Er hatte Tätowierungen in beiden Ohren. Ein Blick in „Det danske Katteregister“ brachte einen Volltreffer: Balou gehört nach Hojer. Fünf Wochen wurde er bereits vermisst und konnte nun von seinen glücklichen Besitzern wieder abgeholt werden.

Im zweiten Fall geht es um Kater „Domino“, der beim Entsorgungsbetrieb Ketelsen in Leck zugelaufen war. „Auch Domino hat eine Tätowierung in beiden Ohren, die leider zum Teil unleserlich gewesen ist“, berichtet Gesche Iben-Hebbel. Trotzdem führten die Recherchen des Tierschutzes über das Heimtierregister „Tasso“ zur Tierarztpraxis Dr. Röcken in Schleswig und von dort zum Tierheim Schleswig. Es stellte sich heraus, dass „Domino“ zu einer Gruppe von 17 Katzen gehörte, die durch das Tierheim Schleswig auf einem Hof in Ulsnis an der Schlei kastriert wurden.

Bei beiden Katern sei nicht klar, wie sie den Weg von Hojer nach Rodenäs und von Ulsnis nach Leck zurückgelegt haben, erläutert die Tierschützerin: „Wahrscheinlich sind sie als blinde Passagiere in einem Auto oder Lkw mitgefahren.“ Beide Beispiele verdeutlichten für Gesche Iben-Hebbel: „Für den Tierschutz Niebüll zeigt sich daran, wie wichtig es ist, Tiere kennzeichnen und registrieren zu lassen.“ In der Regel wird dies heutzutage beim Tierarzt mittels eines reiskorngroßen Mikrochips gemacht. Auf diesem Chip ist eine Nummer gespeichert, die jeder Tierarzt mit einem Lesegerät auslesen kann.

Übrigens: „Domino“ muss nicht zurück nach Ulsnis, um sich das Futter mit 16 Kollegen zu teilen. Er wird demnächst Zweitkater auf einem Hof in Westre werden.

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