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Huskyland in Karlum : Tierschutz in Nordfriesland: Zuhause für heimatlose Huskys

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Andrej Dietrich nimmt in seinem Huskyland Hunde aus dem Tierschutz auf – für dringend benötigte Hütten hat er einen Wettbewerb gestartet.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2017 | 06:00 Uhr

Karlum | Ein mehrstimmiges Heulen erklingt, wie das eines Wolfrudels, wenn Besucher das weiträumige Grundstück von Andrej Dietrich betreten. Hinter dem massiven Tor erwarten sie aber keine Wölfe, sondern ein gutes Dutzend zutraulicher Huskys. Sie stammen alle aus dem Tierschutz. Die Hunde haben im „Huskyland“ neben viel Platz zum Toben auch Spielgeräte und Hütten zum Schutz vor Regen. „Das Problem ist nur, dass die Holzbauten mittlerweile allesamt marode und kaputt sind.“ Die finanziellen Mittel im Tierschutzprojekt sind knapp, doch damit die Huskys trotzdem weiterhin ein warmes Plätzchen und Beschäftigung haben, hat sich Andrej Dietrich, Leiter des Huskylands, etwas ausgedacht: Einen Wettbewerb für Tischler- und Zimmermannslehrlinge aus dem zweiten und dritten Lehrjahr.

Doch vorweg: Was ist das Huskyland eigentlich? Es ist ein kleines Unternehmen, das aus einem Tierschutzprojekt heraus entstanden ist. Dietrich bietet unter anderem Zughundesport und Zugwagenfahrten mit seinen Huskys an. Aber auch mit dem Rudel am Lagerfeuer entspannen und die Natur des Karlumer Outback genießen stehen auf dem Programm. Dabei dient das „Huskyland“ der Finanzierung der „Pflegestelle Huskys und Co.“ der Vereine Zypernhunde e.V. sowie Zypernpfoten in Not e.V. . Sie befindet sich ebenfalls auf dem großzügigen, eingezäunten Gelände. „Mit dem Huskyland läuft es zwar zunehmend besser, aber der Weg ist noch lang. Die Kosten können wir damit noch nicht decken.“ Die Priorität liege eben immer auf dem Tierschutzprojekt und auf dem Wohl der Hunde.

Die Tiere aus dem Rudel von Andrej Dietrich stammen von Mittelmeerinseln. Dort gibt es besonders viele Not leidende Huskys. Die Hunde waren dort zeitweise sehr gefragt, doch später wurden sie oft ausgesetzt. Die beiden Tierschutzvereine auf Zypern nehmen die Hunde in ihren Tierheimen auf, versorgen sie medizinisch und geben sie ans „Huskyland“ weiter. Das Klima in Karlum ist den nordischen Hunden lieber. Allein ihr Fell ist viel zu dick für die Hitze Zyperns.

Einige Hunde hat Dietrich besonders zu Beginn bei sich behalten, die meisten vermittelt er jedoch weiter. „Wir überprüfen, ob der Halter auch zum Hund passt und den Bedürfnissen dieser Rasse gewachsen ist.“ Davor werden die Tiere in Nordfriesland weiter aufgepäppelt und sozialisiert. „Wenn die Huskys zu uns kommen, sind sie teils asozial und müssen erst wieder lernen, mit anderen umzugehen.“ Dabei spielt das Stammrudel von Dietrich eine entscheidende Rolle. Sie helfen ihm, den Tieren beizubringen, wie sie sich richtig anderen Tieren und Menschen gegenüber verhalten sollen.

Der Karlumer selbst kennt seine Hunde genau und kann das Verhalten der Huskys lesen: „Paulinchen, hör auf, er hat dich schon gewarnt“, sagt er gelassen zu seiner kleinen Tochter, die beständig ihren Lieblingshusky anstupst. Hund und Tochter blicken unschuldig zu ihm auf.

Sein Wissen über die Tiere ist kein Zauberwerk. „Ich verbringe so viel Zeit wie möglich mit ihnen. Die enge Bindung ist mir sehr wichtig.“ Den Huskys geht es anscheinend ähnlich. Sobald er ihr großes Gehege betritt, bleiben die meisten in seiner Nähe. „Bei schlechtem Wetter liegen wir gemeinsam in der großen Gemeinschaftshütte.“ Dort hat er sogar einen kleinen Ofen eingebaut. Damit er dort selbst bei Kälte nicht friert.

Und weil ihm die Huskys und der Tierschutz so am Herzen liegen, möchte er den Tieren auch für die nächsten Jahre einen guten Platz zum Leben bieten. Dazu gehören auch Hütten und Spielgeräte. „Die aktuellen Teile halten nicht mehr lange. Deshalb auch der Wettbewerb.“ Durch die ständige Benutzung und das nordfriesische Schmuddelwetter sind die Aussichtsplattformen, Treppen, Hundehütten, Tore und Zäune des Huskylands verschlissen und müssen erneuert werden. Andrej Dietrich ruft Tischler- und Zimmermannbetriebe daher auf, ihren Lehrlingen die Gelegenheit zu geben, etwas für Tiere und Hof zu gestalten und zu bauen. „Dabei können sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen und bisher Gelerntes praktisch erproben. Werkstücke müssen ohnehin von Zeit zu Zeit gemacht werden, warum nicht eine Hundehütte oder ein Huskybaumhaus.“ Auch Gartenmöbel und eine schöne Feuerstelle könne das Huskyland gut gebrauchen. Holzreste würden in solchen Betrieben auch anfallen. „Dem Chef entstehen also nur insofern Kosten, dass er seinen Mitarbeitern die Zeit für das Projekt freiräumen muss – etwa ein, zwei Tage.“

Zunächst sollen die Lehrlinge Entwürfe einreichen, dann werden diese auf Funktionalität untersucht. Das beste Werkstück wird dann prämiert. Von der ganzen Aktion würden beide Seiten profitieren, da ist sich Dietrich sicher. „Der Firmenname ist im Huskyland stets präsent, auch auf den Social-Media Kanälen werden Werke und Firma präsent sein. Die Lehrlinge könnten sich ausprobieren und nebenbei noch etwas Gutes tun.“

Die Reichweite vom Huskyland sei aufgrund diverser Berichterstattung in Print und Fernsehen nicht zu unterschätzen. „Außerdem gewinnen die Mitwirkenden Handwerker einen entspannten Abend am Lagerfeuer mit den Hunden, eine Huskywanderung oder auch die Chance Zughundesport auszuprobieren.“

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